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#Making Of

#Making Of Es war die Nachtigall

Making Of – Es war die Nachtigall #2 Romeo und Julia

15. September 2020
Making Of – Nachtigall – Romeo und Julia

“Es war die Nachtigall”  – ist (auch) eine moderne Romeo und Julia Geschichte.

Im September ’20 fahre ich nach Dresden zu Read’n’ Talk. Es sind meine ersten “Lesungen” nach der Corona-Stay-at-home-Situation und es ist auch das erste Mal, dass ich mit Leser*innen live ĂŒber die Nachtigall sprechen werde, daher fand ich ein erweitertes Making Of eine gute Idee. Okay, Romeo und Julia!

WÀhrend der erste Making-Of-Beitrag sich hauptsÀchlich um die praktische Entstehung des Buchs dreht, geht es in diesem Beitrag:  #2 Romeo und Julia um Inspirationsquellen und Themen des Buches und klÀrt vielleicht ein paar Fragen, die mir oft zum Buch gestellt werden.

Ein modernes Romeo und Julia

Romeo und Julia – das ist die tragische Liebesgeschichte zweier junger Liebender, die aufgrund der Feinschaft ihrer Familien nicht offiziell zusammenkommen können und am Ende aus Verzweiflung sterben. Wer Romeo und Julia von William Shakespeare nicht kennt, kann die Geschichte hier ausfĂŒhrlicher nachlesen.

Mich interessierte an der Geschichte die Liebesgeschichte, aber noch ein paar andere Aspekte, die nicht so naheliegend sind.

Romeo und Julia

Ich habe Romeo und Julia schon oft im Theater gesehen, als TanzauffĂŒhrung und Musical auch schon etliche Romanadaptionen gelesen. Der Stoff ist so populĂ€r, dass man schon fast das GefĂŒhl hat, man sollte sich von ihm fern halten. Doch ich dachte mir, was so bekannt und beliebt ist, muss mehr als eine einfache Liebesgeschichte sein. Also wollte ich das UrstĂŒck und die Kernaussage verstehen und fragte mich – wo und wann und wie denn eigentlich alles begann? Denn Shakespeare war nicht der Erste, der sich mit dem Stoff beschĂ€ftigte.

In der Novellenliteratur der Renaissance wird die Geschichte in den grundlegenden ZĂŒgen bereits im Novellino des Masuccio von Salerno 1474 dargeboten; durch neue Eigennamen und zusĂ€tzliche Handlungselemente wie etwa die Balkonszene oder den doppelten Selbstmord am Ende erhĂ€lt sie bei L. da Porto um 1535 ihre vertraute Gestalt. (Quelle)

Und es gibt weitere Vorlagen fĂŒr den Stoff:

  • Arthur Brookes Epos The Tragical History of Romeus and Juliet von 1562.
  • Sowohl Brooke als auch William Painter mit Rhomeo and Julietta von 1567 benutzten
  • die französische Fassung von Pierre Boaistuau (1559), die wiederum auf
  • Matteo Bandellos Romeo e Giulietta (1554) und
  • Luigi da Portos Giuletta e Romeo (um 1530) zurĂŒckgreift. 

Dass eine Geschichte so oft kopiert und weitergereicht wird, ist interessant. Was macht die Geschichte aus?

Dramaturgie der Geschichte

Shakespeare benutzte vor allem Brooks Geschichte als Vorlage, also sah ich mir an, was Shakespeare anders oder moderner als Brooks gemacht hat, denn Shakespeare schrieb seine Fassung 1594–96, also 30 Jahre nach Brookes Fassung. FĂŒr das Setting spielte der Zeitunterschied keine Rolle, da die Handlung von Romeo und Julia im 14. Jahrhundert in Verona/Italien spielen soll. Das blieb also gleich. Doch …

Brooks betont in der Vorrede zu seiner ErzĂ€hlung den exemplarischen Charakter seiner Geschichte. So in etwa:  Hey, Leute, lest das, sehr euch das an, so sollt ihr es auf keinen Fall machen, denn das endet böse. In diesem Fall: Ungehorsam Eltern und anderen Ratgebern gegenĂŒber, Bestrafung der ungezĂŒgelten Leidenschaft. (*hĂŒstel*: Sind das nicht genau die Dinge, die Romeo und Julia so interessant machen?)

Hier ist der erste deutliche Unterschied zu Shakespeare, der auf Brookes moralisierende Kommentare verzichtet und sÀmtliche Reflexionen in das Bewusstsein der Figuren mit ihrer jeweils eingeschrÀnkten Perspektive verlagert . Das ist schon einmal sehr viel moderner.

Die Liebenden stehen genau wie bei Brookes im Konflikt mit der ĂŒbrigen Welt (der Erwachsenen), aber Shakespeare sucht die Schuld fĂŒr das dramatische Ende nicht bei den Liebenden. Ganz im Gegenteil. Er macht die beiden sehr viel jĂŒnger und damit unschuldiger und legt damit den Schwerpunkt der “Anklage” auf die Eltern(generation). Hey, wenn ihr nicht so verbittert gestritten hĂ€ttet …

Heirat und Liebe

Geheiratet wurde auch im 16. Jh wesentlich eher aus wirtschaftlichen ErwÀgungen als aus Liebe. Doch bei Romeo und Julia hÀtte es kein Problem mit einem Standesunterschied gegeben, sie kamen beide aus reichen Familien.

Der Streit der Familien – die alte Tradition – ist der einzige Grund fĂŒr die Weigerung der Eltern und Freunde, die Beziehung anzuerkennen. Es ist aber nicht der einzige Grund fĂŒr den Tod der Liebenden. Auch die jugendliche Ungeduld und Unerfahrenheit fĂŒhren dazu. Die Hitzköpfigkeit mit der Romeo Tybalt ersticht und daraufhin verbannt wird. Die vorschnelle Annahme, dass Julia tot ist, ohne mal nachzufragen/sehen, was eigentlich los ist. Aber, hey, das macht die Jugend aus. Leidenschaft und Tempo. Und entweder erleben wir das gerade oder erinnern uns sehr gut an unsere Jugend, wenn wir Romeo und Julia lesen oder im Theater sehen.

Liebe

Ich mag die bedingungslose Liebe von Romeo und Julia, die Bereitschaft, alle  Feindschaft sofort fallenzulassen. Liebe ist stÀrker als Hass.


Die Liebenden versuchen alles richtig zu machen, aber alle und jeder scheint gegen sie zu sein, sie nicht ernst zu nehmen. Obwohl sie doch eigentlich den besseren Weg gehen. Klar macht man da auch Fehler. GefĂŒhle sind in dem Alter intensiv und ĂŒberschwĂ€nglich und der Kopf//Verstand – ist oft nicht unbedingt hilfreich.

Doch wenn ich an Jugend denke, dann sehe ich keine Puber-tiere, ĂŒber die man lacht, oder die man belehrt, ich sehe Jugendliche die versuchen zu verstehen, wie Erwachsensein geht.

„Der Tod und die Liebe gehören zu den großen Dingen im Leben eines Menschen, das ist fĂŒr jedes Alter interessant. Man soll Kindern keine Angst machen, aber sie mĂŒssen genauso wie Erwachsene von Kunst ergriffen werden.”

Astrid Lindgren, Dagens Nyheter, 8. September 1959
Kunst und Kultur

Unsere Gesellschaft nimmt Kinder nicht ernst, nimmt Jugendliche nicht ernst – genug. Das gibt sich, das hört irgendwann auf, irgendwann wirst du erwachsen und verstehen … Ja, was eigentlich?

Und wie ist es mit der Kunst? Jeder der kĂŒnstlerisch arbeitet weiß, dass Kunst nicht aus dem Kopf kommt. Nicht nur. Wer kĂŒnstlerisch arbeitet, ist nicht vernĂŒnftig. KĂŒnstler:innen gelten als romantisch, versponnen, irrational. Und haben daher mit Kindern/Jugendlichern sehr viel gemeinsam.

Wer Kunst macht, muss lernen, wieder Kind zu werden, mehr auf den Bauch als auf den Kopf zu hören. Doch den Kopf einzusetzen, ist immer noch Sache der “echten” Erwachsenen und Kunst wird daher oft nicht ernstgenommen. Sie ist nur “Spiel” nur VergnĂŒgen. Shakespeare sah das anders. Bei guter Kunst geht es um VerĂ€nderung, um persönliches oder gesellschaftliches Wachstum, darum, dass man nicht ankommt, sondern forscht, fragt, neugierig bleibt. Das ist auch die Haltung der Jugend und das hat Shakespeare sehr gut verstanden und mit Romeo und Julia auch seine eigene Arbeit als Autor und KĂŒnstler selbstbewusst verteidigt. Die kĂŒnstlerische Arbeit braucht Offenheit und ihr Tod ist ein Mensch, der (zu)feste Ansichten ĂŒber das Leben, die Dinge, die anderen hat. Genau wie Romeo und Julias Eltern.

Moderne Adaption

NatĂŒrlich hat Shakespeare in einer anderen Zeit mit anderen Werten und Vorstellungen gelebt hat, also musste ich die Geschichte anders interpretieren. Nach einer moderneren Interpretation suchen. Ich sah vor allem eine Verbindung zu den neuen Jugendbewegungen wie Fridays for Future. Wer dort demonstrierte, muss am Freitag die Schule schwĂ€nzen. DarĂŒber haben sich viele Ă€ltere BerufstĂ€tige aufgeregt und einigen Eltern ist es sicher auch nicht recht, dass ihre Kinder Freitag Mittag den Unterricht verlassen. Sie verhalten sich wie die Eltern von Romeo und Julia. Sie wissen, was wichtig und richtig ist. Aber – stimmt das?

Verstehen die EntscheidungstrĂ€ger unsere Gesellschaft diese Form der Auflehnung und Demonstration? Sind sie bereit fĂŒr den Wandel? Denn so leicht ist es nicht, sich von alten Gewohnheiten und Ansichten zu befreien. So geht es auch den Familien von Romeo und Julia. Sie sind verfeindet und wissen vermutlich gar nicht mehr so genau warum. Können sie von der Jugend lernen, sich zu versöhnen und gemeinsam fĂŒr eine friedfertige Zukunft einzutreten?

In diesem Generationskonflikt steckt fĂŒr mich der hochmoderne Aspekt der Romeo-und-Julia-Geschichte.

Ikonische Szenen

Eine Adaption kann sich extrem an der Vorlage orientieren oder nur sehr lose. Ich wollte auf jeden Fall die wichtigsten Romeo- und Julia Szenen im Buch neu interpretieren. Auch, wenn man das nicht unbedingt erkennen muss. Ich bin mir sicher, einige der Romeo-und-Julia-Szenen erkennt man, selbst wenn man das StĂŒck nicht genau im Kopf hat.

  • Die Balkonszene
  • Die FechtkĂ€mpfe zwischen den Jungs der verfeindeten Familien
  • Die erste Nacht/der Morgen von Romeo und Julia “Es war die Nachtigall und nicht die Lerche …”, sagt Romeo, weil er sich wĂŒnscht, es wĂ€re noch Nacht und er könnte bei der Geliebten bleiben.
  • Der missglĂŒckte Trick sich tot zu stellen von Romeo, der zum Selbstmord von Julia und dann zum Freitod von Romeo fĂŒhrte.

Romeo und Julia Balkon in Verona.

Das waren Szenen, die mir beim Schreiben sofort einfielen. Die Balkonszene habe ich ziemlich Ă€hnlich in mein Buch ĂŒbernommen. Die Amme ist in diesem Fall Maries Mutter.

Streit zwischen verfeindeten Gangs? Oh, ja, das fand ich in Bernsteins Musical und Romeo und Julia-Adaption West Side Story schon sehr gut gelöst/getanzt und habe diese Szene auf die Jagd im Wald verlegt, wo JÀger und Veganer aufeinandertreffen

Eine Liebesnacht wollte ich auch haben. Und da es keine Hochzeit geben wĂŒrde, zumindest einen besondern Ort. Erneut der Wald am Abend und frĂŒhen Morgen.

Und dann – das Ende. Romeo und Julia waren stĂŒrmisch und unbedacht. Voll Leidenschaft und Ungeduld. Und meine Liebenden sind es auch: leidenschaftlich und ungeduldig, spontan.

Das Ende

Genau wie Shakespeare habe ich von einigen Seiten Kritik fĂŒr das Ende meiner Geschichte bekommen. Ironischerweise wurde mit den zarten Jugendlichen und Kindern argumentiert, die die Geschichte traurig machen könnte. Hm, ich denke, Jugendliche haben ganz andere Probleme als traurige Geschichten. Ich denke, sie brauchen RĂŒckendeckung und VerstĂ€ndnis fĂŒr die Dramatik, die sie angesichts ihrer Gegenwart empfinden und auf die viele Erwachsene viel zu abgeklĂ€rt reagieren. Welt verĂ€ndern? Wozu, sie hat doch bis gerade noch gut gehalten.

Und wenn sie nicht mehr hĂ€lt? Wenn es höchste Zeit ist, aus der Komfortzone zu kommen? Muss erst ein UnglĂŒck geschehen, damit wir zu mehr Einsicht gelangen? Und hier hat die Kunst, das Schreiben auch eine Aufgabe, eine Funktion. Oder wie Shakespeare es sagt: Seht euch das Schauspiel an und ihr werdet danach vielleicht einiges besser verstehen und zu neuen Erkenntnissen kommen.

Ach, dieser todgeweihten Liebe Lauf,

Des Elternhauses WĂŒten, dem ein Ziel

Der beidenTod nur setzt – all das zeigt auf

Zwei Stunden lang der BĂŒhne buntes Spiel!

Wollt ihr es hör’n huldvollen Ohres – wisset

Wir bessern gern, was noch zu bessern ist!

(aus dem Prolog zu  Romeo und Julia von William Shakespeare)

Es war die Nachtigall

Wer Lust hat, mein Buch zu lesen, der findet es hier als Printbuch.

Klappentext: Ökoaktivisten gegen JĂ€ger, Weltoffenheit gegen Tradition, zwei unversöhnliche Lager und eine große Liebe. Die 16-jĂ€hrige Marie kĂ€mpft mit einer Gruppe von Freunden fĂŒr den Tierschutz und gegen den Klimawandel. Sie will etwas verĂ€ndern. Bei einem Konzert ihrer Lieblingsband trifft sie ausgerechnet auf Ludwig von Brockdorff, einen leidenschaftlichen JĂ€ger. Obwohl beide vom ersten Moment an eine starke Verbindung zueinander spĂŒren, prallen zwei gegensĂ€tzliche Welten frontal aufeinander. Können eine selbstbestimmte Umweltaktivistin und ein traditionsbewusster junger JĂ€ger zusammen sein, trotz aller Vorurteile und der Hindernisse, die die gegnerischen Familien und das Umfeld bedeuten?

Und hier auch als E-Book.

Blurb: *Romeo und Julia im Hier und Jetzt*

Als Marie, die Ökoaktivistin und Veganerin, auf Ludwig, den Erben eines Landguts und JĂ€ger, trifft, steht alles auf Sturm. Dass sie sich mögen, ist eigentlich außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Und dann ist es gerade die Liebe, die ihren Blick weitet.

Ludwig: »Ich setze Marie sanft ab, sie duftet nach sonnengebrĂ€unter Haut, kein ParfĂŒm, noch nicht einmal Shampoo. Marie ist – Natur.«

Marie: »Ich bin verliebt. Verliebt in einen Jungen, der auf die Jagd geht, der zwischen LedersÀtteln sitzt und liest, der Fleisch isst.«

#Making Of Playing - Serie

Making Of – Playing-Serie

21. August 2020
Die Playing-Serie

Nun ist sie komplett, die Playing-Serie. Sechs BĂ€nde sind geschrieben und veröffentlicht. Zeit fĂŒr mich ein wenig zurĂŒckzublicken, denn das war fĂŒr mich etwas Besonderes.

Die Idee war mindestens drei BÀnde in AbstÀnden von drei Monaten zu schreiben und geworden sind es sechs BÀnde in anderthalb Jahren.

Vor ein paar Tagen ist der letzte Band erschienen, den ich dann auf diesen Stapel legen kann. Wenn ich jetzt zurĂŒckblicke, dann wird mir klar, wie wenig Ahnung ich  hatte, wo das alles hinfĂŒhren wĂŒrde. Eine Boyband in Auflösung und eine Protagonistin, die ihr Leben mit einem Kunststudium neu starten möchte, ein großes Loft, eine KĂŒnstler-WG – das waren einfach nur Vorgaben, was daraus geworden ist, haben wie so oft die Protagonisten bestimmt.

New Adult

Viele von euch wissen, dass ich ein ausgesprochener Fan des New Adult-“Genres” bin. Und ich muss gleich anfĂŒgen, dass vieles, was gerade unter diesem Label erscheint, fĂŒr mich uninteressant ist.

Daher sollte ich vielleicht prĂ€sziser sagen: Ich finde es sehr spannend, BĂŒcher fĂŒr Menschen zu schreiben, die zwischen 19 und 29 sind, also von der Jugend in das Erwachsenenalter gehen. Denn diese Zeit ist aufregend oder jedenfalls war sie das fĂŒr mich. Und sie ist herausfordernd weil man einerseits so viel wie möglich erleben möchte, auf der anderen Seite sehr anhĂ€nglich und liebesbedĂŒrftig ist (oder ging das nur mir so?)

Bestes New Adult – und ich finde das immer noch eher in der angloamerikanischen Literatur – thematisiert das alles sensibel und ohne Klischees. Im Grunde muss es noch nicht einmal ein Happy End geben. Wobei es – auch fĂŒr mich – die einfachste Möglichkeit ist, den Leser*innen zu sagen: Das wird schon! Alles wird gut. Das, was man zwar in der Phase absulut nicht glauben kann, aber im RĂŒckblick dann doch irgendwie wahr ist.

Quaterlife-Crisis

Es gibt diesen neuen Begriff der Quaterlife-Crisis, der genau beschreibt, was ich – und offenbar viele andere – mit 25 gefĂŒhlt haben:

  • Warum ist Erwachsenwerden so schwer?
  • Warum kann man nicht so froh und sorglos bleiben wie als Kind?
  • Wie kann ich meine KreativitĂ€t bewahren und trotzdem verantwortungsvoll und erwachsen werden?
  • Wie geht Beziehung, wenn ich doch gerade erst froh bin, nicht mehr von meinen Eltern gegĂ€ngelt zu werden?
  • Warum ist Liebe so kompliziert?
  • Wieso ist das mit den Freund*innen auf einmal viel schwieriger?
  • Wie kann ich Geld verdienen und trotzdem nicht in einem Nine t0 Five Job landen?
  • Wie finde ich Beachtung und wie weiß ich, ob es echtes Interesse an mir ist?
  • Wie werde ich glĂŒcklich?

Ja, richtig, die Liste ist tendenziell unendlich. Ich habe Sex und Körper und ErnĂ€hrung nicht erwĂ€hnt und auch nicht ĂŒber SpiritualitĂ€t oder Mental Health gesprochen. Warum kommt ab zwanzig alles und alle Probleme auf einmal?

Krisen, Rebellion und Lösungen

Die Antwort ist, weil das Leben nicht damit endet, dass ich die/den perfekte/n Partner*in gefunden habe, sondern das nur ein Aspekt in dem großen Thema Erwachsenwerden ist. Und wenn ich Erwachsenwerden schreibe, dann meine ich nicht: endlich vernĂŒnftig werden und einsehen, dass es nunmal so ist, wie es schon immer war, sondern dann meine ich: sich selbst zu finden, sich selbst zu vertrauen, seinen eigenen Weg zu gehen: glĂŒcklich, erfĂŒllt, gesund, selbstbewusst.

Das ist nichts, was auf einen Schlag passiert, dafĂŒr sind es zu viele Baustellen: Karriere//Kinder//Beziehung//Körper/Gesundheit – und so weiter. Und die frohe Botschaft ist: Wir haben ein Leben lang Zeit, das alles auf die Reihe zu bekommen.

Oder auch nicht … Nicht zufĂ€llig sterben so viele Jugendliche und zwar genauso oft an Depression und Verzweiflung als an Übermut und DraufgĂ€ngertum. Auch ich habe das erlebt, Freunde starben, verunglĂŒckten und es wurde klar, wie verwundbar wir alle sind.

Playing

Playing heißt spielen. Das, was wir als Kinder gemacht haben, sollten wir uns bewahren, finde ich. Playing steht auch fĂŒr Musik machen, die Boy-Band in Playing, die erwachsen werden muss. Genauso geht es Kate, der Protagonistin in Playing, die sich aus einer toxischen Beziehung löst und selbstbewusst wird. Es kommt kein funkelnder Vampir vorbei oder ein schwerreicher Sadist, aber es gibt trotzdem richtige und falsche Entscheidungen und sich da durchzufinden, das finde ich spannend, darĂŒber schreibe ich gerne.

Und dann musste ich doch irgendwann enden und wenn ich ehrlich bin, dann ist mir das nicht leicht gefallen. Loszulassen und meine (Buch-)freunde zu verlassen. Denn ĂŒber sechs BĂ€nde hatte ich eine richtig gute Zeit (und ich hoffe, ihr Leser*innen auch).

Corona und Schreiben

Ohne, dass ihr Leser*innen es wisst oder besonders deutlich merkt, sind meine BĂŒcher meist in einer bestimmten Zeit verankert. Ich rede nicht von Jahrzehnten oder Jahren, sondern von Monaten und Tagen. Ich recherchiere sogar das Weetter oder den Mondstand, weil ich möchte, dass es stimmt.

Wer heute Jane Austen liest, erwartet keine Smartphones, aber zu der Zeit, als sie ihre BĂŒcher schrieb, gab es die BĂŒcher, die sie erwĂ€hnt, die StĂ€dte und Orte, die Kleider und Sitten. Ich mag das. Ein Bild der Zeit.

Und ich mag, dass das dann spĂ€ter fĂŒr meine BĂŒcher auch möglich sein wird. Mehr oder weniger korrekt. Ich schreibe also die Playing-Serie und … Corona kommt. Und auf einmal war klar, dass ich in Band sechs mein still gehĂŒtetes Geheimnis preisgeben musste. Denn die Serie beginnt im Januar 2019 und kommt bei Playing Sixth Sense Anfang des Jahres 2020 an. Was nun? Nach kurzem Zögern habe ich die Herausforderung angenommen. Was sich im letzten Band dystopisch anhört – wir haben es erlebt. Und besonders KĂŒnstler haben es gespĂŒrt: Die Welt hat sich verĂ€ndert. Ist verĂ€ndert.

FĂŒr meine Storyline in der Playing-Serie hat das bedeutet, dass sich alles schneller entwickelt hat als geplant. Aber Plan … ha, ha, … dass ein Plan die Lösung fĂŒr alles ist, diese Illusion haben wir wohl alle in den letzten Monaten aufgeben mĂŒssen.

Und so endet Band sechs mit einem Highlight. Nicht die Whitwalker sondern eine Pandemie haben es auf den Punkt gebracht und ich bin begeistert und stolz, dass ich in der Playing-Serie so ein echtes StĂŒck Zeitgeschichte einfangen konnte.

Und wenn ich so zurĂŒckblicke dann 
 könnte ich gleich wieder eine Serie schreiben ;)

 

#Making Of Books

Making Of – Es war die Nachtigall #1 Am Anfang

8. Januar 2020
Making Of – Es war die Nachtigall –

Alles an dem Buchprojekt Es war die Nachtigall war etwas anders, als alle Projekte vorher und es belegt daher in einigen meiner internen Rankings den ersten Platz. Zum Beispiel hat es noch nie so lange gedauert, bis ein Buch von der Idee, ĂŒber das ExposĂ© endlich ein Buch wurde.

Nach dem Go hatte ich ein Jahr lang Zeit das Buch zu schreiben und konnte dann noch ĂŒber ein Jahr auf die Veröffentlichung warten. Das war fĂŒr mich extrem ungewöhnlich, obwohl ich zugeben muss, dass es bei meinem ersten Buch einfach alles sehr schnell ging. Und es war hart, denn ich finde, Ideen haben eine Halbwertzeit und sind erst dann wirklich in Sicherheit, wenn das Buch veröffentlicht ist.

Aber, nun, da ich oft zu frĂŒh mit meinen Ideen bin, könnte dieser kleine Zeitpuffer vielleicht sogar genial gewesen sein …

Die erste Idee

Die erste Idee war – vegan. Ich bin schon lange, sehr lange Vegetarierin (mit Ausnahmen) und habe mich immer sehr intensiv mit ErnĂ€hrung und Umwelt auseinandergesetzt. Wenn ich ein Buch schreibe, ist das der perfekte Moment fĂŒr mich, etwas zu recherchieren und auch emotional zu ergrĂŒnden. Was ist vegan – genau – warum ist es so gut und wichtig und was ist daran vielleicht schwierig?

Aber das klang schon nach einem langweiligen Buch, daher brauchte ich einen Gegenpol und fand ihn auf einer Party im GesprÀch mit einem jungen JÀger. Besonders interessant fand ich den Aspekt, dass Jagen und vegan gar nicht so weit auseinanderliegen: WertschÀtzung der Tiere, der Natur, die Sehnsucht nach einem aufmerksameren Umgang mit dem, was wir essen. Also perfekt.

Umsetzung

Ich beschĂ€ftige mich schon eine Weile mit “Romeo und Julia” und allen Adaptionen. Ich finde es interessant, dass wir die Geschichte fĂŒr die grĂ¶ĂŸte Liebesgeschichte halten, obwohl beide Liebenden sich fast sofort ineinander verlieben und dann sterben. Und dass es Shakespeare in seinem StĂŒck eigentlich gar nicht umbedingt um diese Liebesgeschichte ging.

Ohne hier viel tiefer zu gehen und auf etliche Vorstufen und Vorlagen einzugehen – mir gefiel die Idee, mein Buch an das klassische StĂŒck anzulehnen, bis hin zu der Tatsache, dass ich 12 Kapitel aus jeweils zwei Sichtweisen habe und damit auf 24 und somit die Anzahl der Szenen in dem StĂŒck komme. Ja, ein wenig nerdy, ich weiß.

Titel und Cover

Noch ein First: Es ist das erste Mal, dass ein Buch, das ich einem Verlag als ExposĂ© angeboten habe, den Original-Titel behĂ€lt. Obwohl ich mich  hier ĂŒberhaupt nicht auf KĂ€mpfe eingestellt habe (und dann doch ein wenig gekĂ€mpft habe), weil es mir schon klar war – Titel wird geĂ€ndert – bin ich jetzt sehr froh, dass der Titel geblieben ist, denn ich denke wirklich sehr lange ĂŒber meine Titel nach, Arbeitstitel gibt es im Grunde nicht.

Und dann das Cover. Ich sollte besser sagen; die Cover, denn wie ihr vielleicht schon gesehen habt, gibt es zwei. Das hĂ€ngt damit zusammen, dass ich die E-Book-Rechte fĂŒr mein Label Red Bug- Books behalten habe und daher ein Cover selbst gestalten konnte. Yes!

Seltsamerweise war das etwas, was mich von Anfang interessiert hat, also Covergestaltung und natĂŒrlich auch, die Cover meiner BĂŒcher selbst zu gestalten. So hat mein drittes Buch “Rocco” ein von mir gestaltetes Cover und ab da habe ich mich ganz tief in das Thema gestĂŒrzt.

Covergestaltung

Covergestaltung ist etwas, was mir am Anfang meiner Schriftstellerkarriere sehr viel Schmerz? … oder sagen wir besser Kopfzerbrechen bereitet hat. Als Kind und Jugendliche habe ich BĂŒcher nur nach dem Cover ausgesucht und spĂ€ter waren sie fĂŒr mich – als visuellen Menschen und KĂŒnstlerin  – immer extrem wichtig. Doch – wir Autor*innen wissen es – man bekommt selten sein Wunschcover. Doch dieses Mal mag ich den Coverentwurf von Hanser sehr. #erleichterung

Nachdem das Hanser-Cover beschlossen war, habe ich mich dann an die Gestaltung des E-Book-Covers gemacht, denn ich wollte, dass beide gut zueinander passen. Es fiel mir dann erstaunlich leicht, ein Cover fĂŒr die E-Book-Ausgabe zu gestalten. Und sehr schnell hatte ich sehr viele EntwĂŒrfe. Schaut mal hier!

Satz und Vignetten

Ich hĂ€tte euch hier gerne das fertige Buch gezeigt, aber knapp drei Wochen vor dem Veröffentlichungstermin habe ich noch keine Belegexemplare bekommen, daher reiche ich das dann mal nach. Dann hĂ€tte ich euch auch zeigen können, dass das Buch auch im Satz sehr schön geworden ist – wieder etwas anders im E-Book und in Print.

Es gibt Kapitelvignetten, fĂŒr die ich mich ja immer sehr einsetze, weil ich kleine, reduzierte und geschmackvolle Zeichnungen in (Jugend-)BĂŒchern einfach liebe. Überhaupt bin ich extrem dankbar mit einem Verlag zusammenzuarbeiten, mit dem man ĂŒber ZeilenabstĂ€nde und Satz, QualitĂ€t und Ausstattung ĂŒberhaupt nicht großartig reden muss. Alles BuchkĂŒnstler:innen.

es war die Nachtigall - Katrin BongardEs gibt ĂŒbrigens eine schöne Leseprobe und einen Flyer zur “Nachtigall”. Wie die entstanden sind, erfahrt ihr auf Red Bug Books.

Ein Interview mit mir ĂŒber das Buch gibt es auf dem Red Bug Culture-Blog.

Und ein Interview als Podcast auf dem Hörbahn-Literatur-Podcast.

#Making Of Playing - Serie

Making Of – Playing

18. Mai 2019
Playing

Der erste Band der Playing-Serie

Jedes Buch hat seine eigenen Herausforderungen. Playing tanzt jetzt schon seit ĂŒber fĂŒnf Jahren in meinem Kopf herum und es endlich aufzuschreiben, war eine riesige Erleichterung. Auch, weil immer mehr Rockstorys herauskommen und ich mich frage, was ich Neues zu erzĂ€hlen habe? Aber dann – was mache ich mir fĂŒr einen Kopf? NatĂŒrlich ĂŒbernehmen die Charaktere meine Story und erzĂ€hlen ihre Geschichte.

Außerdem – ist viel in der Zeit passiert. Der Tod von Avicii hat mir vor einem Jahr sehr zu denken gegeben. Was macht Ruhm, Fandome aus Menschen? Wie verkraftet man das, wie geht man damit um? Nicht jeder kann BeyoncĂ©. Und wie ist es mit denen, die sehr begabt sind, auf der BĂŒhne stehen und aus anderen GrĂŒnden pausieren – und dann wieder zurĂŒckkehren. Wie Adele.

Was ist, wenn das Leben der Rockstars gar nicht so perfekt ist, wie es von außen aussieht? Oder er oder sie das Leben auf der BĂŒhne liebt, aber die falschen Sachen prĂ€sentiert? Was ist, wenn eine KĂŒnstlerseele in ihm oder ihr steckt, die sich ausleben will? Singen, komponieren. Das interessiert mich.

Okay, richtig, ich twiste die Dinge gerne ein wenig.

Musikgruppen

Das Besondere an (Rock)musikern ist ja, dass sie nicht allein sind. Sie haben selten Beziehungen, denn sie haben die Gruppe, die Band, ihre Ersatzfamilie. Bei Playing war es wichtig, jeden Musiker der Band sichtbar zu machen. Auch wenn sie im ersten Band etwas im Hintergrund bleiben, weil die Story meinen beiden Hauptcharakteren – Kate und Ansgar – gehört.

Oder eigentlich erst einmal hauptsÀchlich Kate, denn der erste Band meiner New Adult-Serien ist immer der weiblichen Perspektive gewidmet. Und dann kommen mehr und andere Charaktere dazu.

Am Anfang habe ich mir also einen Plan gemacht und eine Band zusammengestellt. Ich kam mir schon etwas wie ein Talentscout vor. Und dann fingen die Charaktere an, ihre Geschichte zu erzÀhlen. Nein, ich spiele nicht Schlagzeug. Und ich sehe auch ganz anders aus. Und ich konnte Namen und Instrumente Àndern. Tja, so ist das also als Musikmanager ;)

Boyband

Ich hĂ€tte nie gedacht, dass “meine” Band am Ende eine Boyband wird. Aber dann hat es mich sehr fasziniert. Wie ist das, wenn man so frĂŒh ins MusikgeschĂ€ft eintritt? Die meisten Boyband starten extrem jung. Und werden Ă€lter. Und selbstbewusster. Nicht immer ist alles so nett und freundlich, wie es von außen aussieht. Und Manches ist viel netter und besser, als es von außen aussieht. Das kenne ich ja vom FilmgeschĂ€ft. Meine Boyband, die eigentlich gar keine Boyband mehr ist, liebe ich. Wir werden wohl noch eine Weile zusammen jammen, denn das Thema ist einfach zu spannend.

Kunst und Kate

Auch Kunst, also Malerei spielt in Playing eine Rolle. Als Malerin sind mir Kates SehnsĂŒchte und Probleme sehr vertraut. Sie will Kunst machen, eine Ausbildung – aber braucht sie die ĂŒberhaupt? Vieles, was ich in meinem eigenen Leben erlebt habe, ist in das Buch eingeflossen, anderes habe ich leicht verĂ€ndert und die Charaktere haben mitgeredet. Ich mag starke und selbstbewusste Heldinnen, die sich von MĂ€nnern nichts sagen lassen, aber trotzdem ihren GefĂŒhlen genug Raum geben. Kate ist kĂ€mpferischer und wilder geworden, als ich dachte und ihre Freundin ein wenig vernĂŒnftiger. Ich mag beide.

Sehr oft notiere ich mir Dinge, die meine Charaktere ausmachen und spĂŒre dann beim Schreiben, dass sie anders sind. Meist gehe ich dann zurĂŒck an den Anfang des Manuskripts und Ă€ndere, denn …

Die Story ist der Boss. (King)

Musik

Meine (Boy)band heißt Milkyway und ihre Musik ist … ja, genau. Denkt einfach One Direction oder Ă€hnliches. Ungewöhnlich ist, dass sie (mittlerweile) alle ein Instrument spielen, also sich von einer Boyband zu einer “richtigen” Rockband entwickelt haben. Doch der Übergang ist nicht so einfach und das ist nicht nur eine Geschichte, sondern auch ein StĂŒck RealitĂ€t und daher umso spannender.

Ich habe ĂŒberlegt, ob ich eine Playlist zu Playing mache, aber habe mich dagegen entschieden, vor allem, weil mir Playlists gerade in zu vielen BĂŒchern begegnen und ich ungern Dinge tue, die gerade jeder macht ;) Aber – never say never – vielleicht lege ich einfach mal eine Spotify-Liste an, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie die Band sich anhört …

Weitere BĂ€nde

Playing more – Sommer 2019

Es ist immer aufregend fĂŒr mich, eine neue Serie zu beginnen. Ist genug Stoff da, um sie spannend fortzusetzen? Genug Konflikt? Genug spannende Entwicklungen? Nun, ich habe eher das umgekehrte Problem, es sehr viel zu erzĂ€hlen und ich bin gespannt, ob die Serie nach drei BĂ€nden beendet ist oder ich sie noch weiter fortsetzen werde. Jetzt gehe ich wohl am besten zurĂŒck an Teil zwei und schreibe … Und ihr könnt lesen :)

Playing bei Amazon

#Making Of

Making Of – Love on Paper

11. Februar 2017
love of paper
LOVE ON PAPER
Love on Paper Katrin Bongard New Adult

Love on Paper

Es ist nicht bei vielen BĂŒchern so, aber manchmal ist auch ein Buch in der Reihe der Projekte genau das: Ein Neuanfang. (Mittlerweile hat Love on Paper ein neues Cover – siehe links). Da ich schon auf dem Red Bug Culture Blog schon viel ĂŒber die Entstehung von Love on Paper gesagt habe, habe ich mir ĂŒberlegt, hier mehr auf die Stimmung und die Charaktere einzugehen.

What’s all about

Wie der Titel hoffentlich schon verrĂ€t – Es geht um BĂŒcher, das Lesen, das Schreiben. Die Liebe zu Geschichten, Texten, Autoren. Diesmal wollte ich unbedingt nĂ€her an die Entstehung eines Buches heran. Sowohl die kreative Seite – also die Autoren, als auch die ganz pragmatische Seite – der Verlag. Ganz klar war daher fĂŒr mich, dass alle Charaktere in meinem Buch auf die ein oder andere Weise mit BĂŒchern oder dem Schreiben zu tun haben mĂŒssen oder eben damit in Kontakt kommen.

Hauptcharaktere

Logisch, dass meine Heldin eine Leserin ist. Und zwar eine von der verrĂŒckten Art, wie ich sie selber war (und immer mal wieder bin). FĂŒr Maya ist Lesen wie Nahrung. Sie braucht sie fĂŒr ihr Herz ihren Kopf. Um zu denken, um zu fĂŒhlen. Ohne ein Buch ist sie nicht komplett. Was wohl auch daran liegt, dass sie aus einer Familie kommt, in der Literatur und Kultur eine große Rolle spielen.

 

 

 

 

Als sie auf Simon trifft, hat sie jemanden gefunden, mit dem sie sich ĂŒber all das austauschen kann, was sie in der Literatur beschĂ€ftigt. Jemand, fĂŒr den BĂŒcher auch mehr sind als Lesefutter, jemand der sie zum Leben braucht. Obwohl er aus einem vollkommen anderen Umfeld kommt. Simon ist eine Art von Held, die ich einfach immer gerne in meinem BĂŒchern habe. Jemand der still ist, und sich mehr in seinen Handlungen ausdrĂŒckt. Ein wenig wild, aber auch nachdenklich. Und ja – er kocht ;)

Nebencharaktere

Ich mag Nebencharaktere. Helden sind in einer Geschichte beschrĂ€nkt in ihren Möglichkeiten. Sie sind manchmal einfach zu konzentriert fĂŒr den Fun, den eine Geschichte (auch) braucht. Also tobe ich mich damit sehr gerne bei meinen Nebencharakteren aus.

Ruby hat sich sehr schnell von einer braven Freundin in genau das Gegenteil verwandelt. Sie ist wild und unkonventionell, tĂ€towiert, gepierct, hat aber auch diese nerdy Seite, ist ein Technikfreak und sehr, sehr warmherzig. Sie nimmt sich – auch im Buch – einfach den Raum. Die beste Nebenrolle, die man sich wĂŒnschen kann.

Konrad ist Mayas Studienkumpel. Er ist exzentrisch, hat einen ganz besonderesn Kleiderstil und ist nicht schwul, um das auch gleich zu sagen. Ich wollte jemanden mit in der Gruppe haben, der noch mal einen anderen Zugang zur Literatur hat. Vielleicht klassischer.
Jemand, der noch den vollen Idealismus hat, was das Schreiben und Verlegen von BĂŒchern angeht. Der fast ein wenig in der Vergangenheit lebt, was man besonders an seinem Style merkt.

Eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen die Autoren, die meine Helden lieben und denen ich auch Raum im Buch gegeben haben: Francis Scott Fitzgerald und Ernest Heminway, die ich auf sehr unterschiedliche Weise großartig finde und die sich in meiner Schreibzeit zu netten Kumpels und Begleitern entwickelt haben.

Setting

Das Buch spielt hautpsĂ€chlich an drei Orten: Zum einen in einem Verlag. Wer sich in Berlin auskennt, wird den (großen) Publikumsverlag (er)kennen, den ich als vage Vorlage benutzt habe. Ich war schon in vielen Verlagen, trotzdem habe ich hier meiner Fantasie einfach mal Raum gegeben, also keine Ahnung, ob es in diesem Verlag innen wirklich so aussieht, ob sie eine Kantine im Haus haben …

Location

Der andere Ort ist ein großes Gartenlokal, eine typischen Studentenkneipe, die es ĂŒbrigens auch wirklich gibt. Hier habe ich bis hin zur Speisekarte fast alles so beschrieben, wie man es dort auch vorfinden wird. Irgendwie mag ich das, dass ich meine Spielorte immer besuchen kann ;)

Der dritte Ort ist ein Friedhof. Genauer gesagt, der Friedhof in Stahnsdorf (zwischen Berlin und Potsdam). Es ist ein absolut faszinierender Ort (okay, ich stehe auf Friedhöfe) mit vielen verwilderten GrÀbern, und ich hoffe, ich bin ihm gerecht geworden.

 

 

 

 

 

 

 

Das Interview mit mir auf dem Red Bug Culture Blog zu Love on Paper kannst du gut man gut als ErgÀnzung lesen.

(Bildquellen: Charaktere und Autorenbilder ĂŒber meine Pinterestboards. Lokal und Friedhof selbst.)

#Making Of

Making Of – Lass uns fliegen

18. April 2016
Lass uns fliegen

Lass und fliegen - Oetinger Lass uns fliegen Red Bug BooksEs ist das erste Mal, dass ein Buch von mir unter einem Titel – “Lass uns fliegen” – aber in zwei verschiedenen inhaltlichen Versionen vorliegt. Die Printversion ist im Oetinger Verlag erschienen, das E-Book unter meinem eigenen Label Red Bug Books.

Der Text ist gleich, aber es gibt einen anderen Unterschied, den ich mal //kĂŒnstlerische Freiheit// nenne. Das Buch habe ich wĂ€hrend eines Literaturstipendiums auf Schloss Wiepersdorf geschrieben und dort viele KĂŒnstler getroffen. Also auch Maler. Der Geruch von Ölfarbe, die PrĂ€sentationen, die Zeichnungen – nie habe ich das Malen und Zeichnen  so sehr vermisst wie dort. Wiep_zim1

Schreiben und zeichnen

Also habe ich neben meiner kleinen Schreibkammer, die ich mir schon mit Blumen und Sessel aufgehĂŒbscht hatte, wo mir aber trotzdem langsam die Decke auf den Kopf fiel, auch den Schreibsaal zum Arbeiten genutzt. Es gab einen großen Schreibtisch und Licht und Raum und Luft und, ohne es recht zu merken, habe ich wieder angefangen zu zeichnen. Immer dann, wenn ich eine Schreibblockade hatte, was leicht passiert bei: HIER-STIPENDIUM-SCHREIB!

Das Zeichnen hat mir geholfen, mich wieder freizuspielen. Die Themen und Gedanken, die im Buch eine Rolle spielen, nicht zu trĂŒbsinnig werden zu lassen oder zu  leichtfertig, humorig umzusetzen, um auch zu unterhalten. Also die Balance.Wiep_zeich

Überarbeiten

Wer schreibt weiß, dass das Überarbeiten dabei einen großen Raum einnimmt. Immer wieder muss man ĂŒber den Text gehen, verĂ€ndern, klarer machen. Beim Zeichnen ist es etwas anders, man fĂ€ngt immer wieder neu an, es sind alles EntwĂŒrfe. Sie stapelten sich irgendwann auf meinem Schreibtisch. Sollten gut aussehen, passend, verletzlich, sie sollten einfach sein, ohne simpel zu wirken.

“Grab” – war so ein Thema, was mich lange beschĂ€ftigt hat. Wiep Zeich_3
Oder meine umgestĂŒrzten Kaffeetassen. ToGo-Becher. Ballettschuhe, die immer wie Insekten aussahen.
Nach und nach, im Prozess, verstand ich durch meine Zeichnungen mehr ĂŒber den Inhalt des Textes. UmgestĂŒrzte Flaschen, die mir auf einmal klar machten, dass ein Trinker in der Familie die ganze Gruppe umstĂŒrzen kann.

NatĂŒrlich wusste ich das – irgendwie – auch vorher, aber erst nachdem ich mich mit meinen Zeichnungen auseinandersetze, wurde mir klar, was es bedeutet – familienaufstellungstechnisch. Oder, dass Tanzen sehr viel mit Stehen zu tun hat. Aufrecht. Selbstbewusst. Und ich kam ĂŒber das Zeichnen ins GesprĂ€ch mit einer Malerin, die mir von ihren eigenen Erfahrungen mit ihrem Ex-Mann erzĂ€hlt hat, einem schweren Trinker. Es machte auf einmal sehr wohl Sinn, dass ich an diesem Ort war, um zu schreiben.

Lass uns fliegen

Alles wurde etwas leichter. Der Text, die Dialoge. Es ging schließlich um verschiedene SĂŒchte, nicht nur das Trinken, auch das Tanzen, das Lesen ;) Auch um Kunst, das Schreiben, das glĂŒckliche Leben ĂŒberhaupt und ja, auch die Liebe. Wiep_Zeich_4Mir fiel auf, dass ganz oft zwei Tassen, Becher, Skateboards auf meinen Zeichnungen waren. Und sie etwas miteinander zu tun hatten. Hin oder abgewandt waren. Geöffnet oder verschlossen. Das gefiel mir sehr. Ab da wollte ich Zeichnungen im Buch haben. 12 Kapitel, 12 Zeichnungen.

Im E-Book sind sie groß und schön. Der Oetinger Verlag hat leider das Konzept nicht verstanden und sie im Printbuch in lupengroße Vignetten verwandelt. Schade. Daher wollte ich euch Lesern, die ihr ein Printbuch in den HĂ€nden haltet, nur sagen: Das war (von mir) anders gedacht. Die Zeichnungen gehören dazu. Kunst und Schreiben gehören bei mir zusammen!

 

#Making Of

Making Of – Manhattan Magic

26. September 2015
Manhattan Magic

Es gibt einen Tag, vom dem wohl jeder (ab einem bestimmten Alter) genau sagen kann, was er an ihm gemacht hat. Genau – der 11. September 2001. Ich saß oben in meinem Schreibzimmer und habe an einem FilmexposĂ© geschrieben. Interessanterweise weiß ich nicht mehr, worum es da ging, es ist mir komplett entfallen.
manhattan magicIch erinnere mich nur noch, dass mein Mann ins Zimmer gestĂŒrmt kam und sagte: Es sind zwei Flugzeug in die ZwillingstĂŒrme gecrasht, das kann kein Zufall sein, die Kinder sehen es gerade in den Kindernachrichten bei Logo.

Okay, ich gebe zu, als erstes hat mich beunruhigt, dass man so etwas in den Kindernachrichten zeigt. Worauf mir im zweiten Moment klar wurde, dass es eine Riesenkatastrophe sein muss, WENN man es in den Kindernachrichten zeigt. Also schnell nach unten, wo die Kinder viel eher als ich begriffen hatten, dass etwas Unglaubliches passiert war. Immerhin waren wir mit ihnen auf einem der TĂŒrme gewesen, sie kannten die Aussicht, den Ort, die Dimension, zumindest die Ă€lteren.

New York

Ich kenne New York, ich liebe die Stadt, sie kommt fĂŒr mich gleich hinter Berlin auf meiner StĂ€dtehitliste. Eigentlich seltsam, dass ich erst jetzt die Handlung eines Buchs (Manhattan Magic) in diese Stadt verlegt habe. Doch dann war fĂŒr mich ganz klar, dass ich die große Wunde, die in der Stadt nach dem 11. September 01 klaffte und erst vor kurzem mit dem 9/11 Memorial geschlossen wurde, ansprechen muss. Auch in einem Buch fĂŒr 12-14 JĂ€hrige – logo! IMG_3173

Ich werde mich wohl auch immer an den ersten Besuch am Memorial erinnern. Obwohl es ein stark besuchter Ort ist, ist die Trauer und der Verlust hier sehr spĂŒrbar. Neben mir stand ein Vater und erklĂ€rte seinem kleinen Sohn, was damals geschehen ist. Seltsam, erst in diesem Moment wurde mir klar, was es fĂŒr einen New Yorker bedeutet haben muss, was es fĂŒr seine Kinder, seine Erinnerung bedeutet. IMG_3164Niemals vergessen.

Das ist dann einer dieser goldenen Momente, in denen ich glĂŒcklich bin, dass ich diese GefĂŒhle in einem Buch unterbringen kann und sie so teilen darf. Weil es einem danach besser geht. Denn, dass man sich erinnert, heißt noch lange nicht, dass man wirklich begriffen hat, was damals geschehen ist. Wie geht es euch damit?

#Making Of Books

Making Of – Kissing-Serie

23. September 2014
Making Of  – Kissing- Serie

Bald ist es so weit. Kissing one more kommt heraus und ich bin ziemlich aufgeregt. Zeit fĂŒr ein paar Insights.

Es begann eigentlich alles damit, dass ich keinen dritten Band schreiben wollte. Es war doch alles so gut. Kissing und Kissing more gefielen nicht nur den Lesern, sondern auch meiner Lieblingslektorin, sodass beide BĂ€nde 2015 in Print ĂŒber Oetinger in den Buchhandel kamen.

Sogar die Verlagsvertreter waren begeistert und ich sage euch, das kommt nicht sehr oft vor. Wieso jetzt noch was riskieren? Aber wie das so ist … ich wachte eines Morgens auf und *verdammt* sehe, was als NĂ€chstes passiert. Es ist nur eine kleine Szene, ein Schnipsel, der mich neugierig macht. Und ich bin mir sofort sicher: Nein, das schreibst du nicht.

Zu provokant, zu ungemĂŒtlich

Na ja. Logisch, habe ich es dann doch geschrieben und dabei etwas wieder entdeckt, was mir fast abhanden gekommen wĂ€re: Es gibt etwas, wofĂŒr ich schreibe. Das ist weder mein Ego, obwohl das groß ist, noch sind es die Leser da draußen, owohl ohne sie ein Buch nicht vollkommen wird, es ist nicht das Geld oder der Ruhm, obwohl man von beidem ja nicht genug haben kann. Es ist das GefĂŒhl, dass man “es sagen muss”, weil es sonst nicht existiert. Nicht in dieser Art exisitiert. Das gleiche GefĂŒhl, mit dem ich ein Bild male oder ein Foto mache. Ich will, dass genau dieser Blick auf die Welt eingefangen wird. Existiert.

Buchcharaktere

Nun, zum GlĂŒck blieb nicht alles an mir hĂ€ngen, denn Hauptcharakter Kolja hat mich an die Hand genommen. Er hatte seine ganz eigene Vorstellung von seiner Geschichte. Er hat meine frĂŒhen Versuche, eine normale Geschichte zu erzĂ€hlen, belĂ€chelt (Klischee!), mir ein Kapitel aufgezwungen, das mir rote Ohren gemacht hat und eines, das eher paranormal ist. Mit Kolja ist alles etwas rockiger als mit anderen Charakteren. Intensiv und fast too much. Er hat dem Soundtrack der Kissing-Geschichte, die ĂŒber drei BĂ€nde geht und natĂŒrlich irgendwie eine Geschichte ist, ein paar interessante Tracks hinzugefĂŒgt.

Einer hat mich *binge-hearing* beim Schreiben begleitet und ist so markant, dass ich den Trailer dazu sofort als Book-Trailer fĂŒr Kissing one more adoptiert habe. Woowooouuu. Eine leidenschaftiches Duett, das ganz ohne nackte, mĂ€nnliche Oberkörper auskommt (yes!). So, wie in diesem Duett/Duell war es zwischen Kolja und mir oft – und zwischen Julian und Kolja meistens. Dass das Duo auch Ă€ußerlich meinen Helden sehr nahekommt – Zufall. Wie die Geschichte am Ende ausgeht?

Tja, das mĂŒsst ihr selber nachlesen.

xoxo

Katrin

#Making Of

Making Of – Schattenzwilling

7. September 2014
Schattenzwilling
Schattenzwilling

Cover – Oetinger TB

“Du willst einen Thriller schreiben?”

Wenn einen das die eigene Agentin fragt, ist man schon etwas verwundert. WĂ€re es nicht ihre Aufgabe, mich zu fragen: “Hast du Lust, einen Thriller zu schreiben? Die werden momentan ĂŒberall gesucht, funktionieren richtig gut und verkaufen sich super auf dem Markt.” Aber gut, das war offenbar seltsam. Katrin, ein Thriller? Und mal angenommen, das fragen sich eine Menge Leser da draußen, dann ist jetzt wohl eine gute Gelegenheit, dazu ein wenig mehr zu sagen.

Warum ein Thriller?

Erst einmal: Ich liebe Thriller und Krimis. Nicht unbedingt die blutrĂŒnstigen, extrem brutalen und auch nicht die Spionage Thriller. Sondern  vor allem Psychothriller. Ich bin ein Patricia-Highsmith-Fan und habe ihre Krimis/Thriller eine zeitlang verschlungen, denn es waren mehr als Krimis. Im BuchgeschĂ€ft sehr erfolgreich weil eindeutig, eben als Krimis zu labeln, wurden sie zu einem Deckmantel fĂŒr ihre Romane und einem Vorwand, (Beziehungs-) Geschichten zu erzĂ€hlen. Sehr genial.

Am weitesten hat Highsmith dieses Spiel bei “Elsies Lebenslust” getrieben. Gibt es ĂŒberhaupt einen Mord in diesem Buch? Wenn ja, habe ich es vergessen, denn er spielt auch gar keine Rolle. Umso mehr die Geschichte von MĂ€nnern und Frauen und ihren Beziehungen zueinander. Was Frauen ja immer interessiert. Aber durch den mörderischen Rahmen ihrer BĂŒcher, hat sie es eben auch geschafft, MĂ€nner fĂŒr ihre BĂŒcher und Beziehungsfragen zu interessieren.

Verpackung

Covergestaltung: Lukas Horn Red Bug Books

Der Thriller Schattenzwilling ist fĂŒr mich daher auch “nur” so etwas wie eine andere Verpackung des mir gleichbleibend wichtigen Inhalts: Die Frage, wie Menschen gut, besser, am besten miteinander klarkommen. Sich lieben, sich hassen, sich wieder lieben können.

Bei “Schattenzwilling” hatte ich zwei AnsĂ€tze, die dann perfekt zueinander gepassst haben. Zum einen hörte ich von dem dunkelsten Ort in Deutschland, GĂŒlpe, der praktisch genau vor meiner WohnungstĂŒr liegt. Weil sich dort jĂ€hrlich Astronomen treffen, war das Thema Astronomie und damit Astrologie naheliegend und dazu noch auf der psychologischen Ebene interessant. Wir verbinden – selbst wenn nur aberglĂ€ubisch – mit Sternzeichen bestimmt Eigenschaften und Verhaltensweisen. Und dann zum anderen die Frage, wie eng oder stark Zwillinge verbunden sind.

Zwillinge und Schattenzwillinge

Ich hatte in Potsdam zufĂ€llig eine Reisegruppe  gesehen, die aus lauter Zwillingen bestand. Sie sahen gleich aus, sie waren gleich angezogen, sie bewegten sich gleich. Sie waren sechzig oder siebzig Jahre alt und waren noch zusammen! Gingen zusammen auf Reisen. Wo waren ihre Partner? Hatten sie ĂŒberhaupt welche?

Ich habe mich gefragt, wie das eigentlich ist, wenn sich ein Zwilling einmal verliebt. Richtig verliebt und damit die Zwillingsbeziehung in Gefahr gerĂ€t. Beides ließ sich in Schattenzwilling perfekt verbinden durch ein MĂ€dchen mit Sternzeichen Zwilling, das (wie man ja gerne von Zwillingen behauptet) Schwierigkeiten hat, sich zu entscheiden. Und im Sinne meines Highsmith-Vorbilds war ich mir auch sicher  – ganz gegen den Trend – dass dieser Thriller gut ohne BlutbĂ€der und GrĂ€ueltaten auskommen kann, denn auch mich interessieren eher die unscheinbaren Ereignisse, die dennoch Katastrophen auslösen können. Die kleinen ÜbergĂ€nge, von einem Tier, das vom Fuchs geholt wird zu einem Kaninchen, was von einem Menschen aufgeschlitzt wird. Von einem BeschĂŒtzen und Abschirmen zu einem Überwachen, Stalken und Terrorisieren. Im Grunde Romanmaterial.

#Making Of Kissing - Serie New Adult

Making Of – Kissing one more

21. Juni 2014
Kissing one more

Zurzeit sehe ich stÀndig Videos, denn ich habe das Umgekehrte einer Schreibblockade. Ich kann schreiben, aber ich habe Angst vor dem, was ich schreiben werde. Ich versuche mal, es zu erklÀren. Es war ja leicht zu erkennen, dass ich bei Kissing more noch etwas Platz gelassen habe. Kein Cliffhanger, nur eine Möglichkeit, denn eigentlich wollte ich von Anfang an drei BÀnde zu jeder Loving/Kissing/Playing etc- Serie schreiben. Also auch hier ein Kissing one more.

Aber Serien haben ihre TĂŒcken. Letztens habe ich mit intelligenten Freund:innen ĂŒber Serien gesprochen. Und wie schwierig es ist, sie gut zu Ende zu fĂŒhren.

Serien

Na klar, wir denken an Tribute von Panem und das umstrittende Ende oder an Die Bestimmung.  NatĂŒrlich ist es nicht einfach, irgendwann Abschied zu nehmen und einen guten Schluss fĂŒr das zu finden, was man vorher aufgebaut hat. Aber wenn Veronica Roth sagt (und ja, ich habe auch ein Video), dass sie immer schon wusste, wie alles ausgeht und ihre Heldin den Schluss bekommen hat, den sie verdient, frage ich mich, ob das so gut ist? Also alles vorher zu wissen. Denn es ist nicht unbedingt ein Zeichen von kreativem Schreiben. Und es ist auch gar nicht nötig, denn was fast alle Autor:innen sagen, ist sehr wahr: Gut erschaffene Charaktere bestimmen die Handlung der Geschichte, nicht der Autor:in. Was manchmal ziemlich beĂ€ngstigend sein kann.

Was Charaktere wollen

Was ist, wenn mir nicht gefĂ€llt, was die Charaktere wollen? Wo sie hinlaufen? An dieser Stelle schiebe ich mal ein Video von Stephen King ein. FĂŒr Ungeduldige: Ab Minute 30 spricht er ĂŒber das Schreiben, Charaktere und warum es so wichtig ist, ihnen zuzusehen, statt sie herumzukommandieren. Wer Kinder hat, weiß wie das gemeint ist. Und wie schwer es ist. Kissing one more heißt also erneut ins Ungewisse zu springen. Denn was wĂ€re das fĂŒr ein dritter Band, wenn ich einfach nur ein weiteres Happy End ankleben wĂŒrde? Oder ein paar Designerprobleme aufwerfe, nur um sie schnell aus dem Weg zu rĂ€umen? Gute Protagonisten bringen ihre eigenen Probleme mit. Damit muss ich leben.

Charaktere und Zwiebeln

Diana Gabaldon weiß das und hat daher eine ganz eigene Art zu schreiben entwickelt. Ich gebe zu, ich hĂ€tte nie erwartet, hier Inspiration zu finden. Drittes Video. Diana Gabaldon sagt, es gĂ€be drei Arten von Charakteren: Zwiebeln, harte NĂŒsse und Pilze. Zwiebeln enthĂŒllen der Autor:in immer mehr von sich, je lĂ€nger man sich mit ihnen beschĂ€ftigt. Okay, Emmy und Noah. Harte NĂŒsse sind Charaktere, die man nur aus StorygrĂŒnden braucht und die man “knacken” muss, um sie zum Leben zu erwecken. Habe ich selten. Pilze poppen einfach auf und sind da. Hallo, Kolja!

Mittlerweile ist aus dem Pilz eine Zwiebel geworden. Jemand, der immer neue Facetten zeigt und nicht aufhört, sie mir ins Ohr zu flĂŒstern. Weshalb ich mich geschlagen gebe. One more auch in dem Sinne, dass nach Emmy und Noah noch ein weiterer Charakter zu Wort kommt und seine Geschichte erzĂ€hlt. Wer dieser Charakter ist, brauche ich euch vermutlich nicht zu sagen …