Making Of – Kissing one more

Kissing (one) more

Zurzeit sehe ich ständig Videos, denn ich habe das Umgekehrte einer Schreibblockade. Ich kann schreiben, aber ich habe Angst vor dem, was ich schreiben werde. Ich versuche mal, es zu erklären. Es war ja leicht zu erkennen, dass ich bei Kissing more noch etwas Platz gelassen habe. Kein Cliffhanger, nur eine Möglichkeit, denn eigentlich wollte ich von Anfang an drei Bände zu jeder Loving/Kissing/Playing etc- Serie schreiben. Also auch hier ein Kissing one more.

Aber Serien haben ihre Tücken. Letztens habe ich mit intelligenten Freunden über Serien gesprochen. Und wie schwierig es ist, sie gut zu Ende zu führen.

Serien

Na klar, wir denken an Tribute von Panem und das umstrittende Ende oder an Die Bestimmung.  Natürlich ist es nicht einfach, irgendwann Abschied zu nehmen und einen guten Schluss für das zu finden, was man vorher aufgebaut hat. Aber wenn Veronica Roth sagt (und ja, ich habe auch ein Video), dass sie immer schon wusste, wie alles ausgeht und ihre Heldin den Schluss bekommen hat, den sie verdient, frage ich mich, ob das so gut ist? Also alles vorher zu wissen. Denn es ist nicht unbedingt ein Zeichen von kreativem Schreiben. Und es ist auch gar nicht nötig, denn was fast alle Autoren sagen, ist sehr wahr: Gut erschaffene Charaktere bestimmen die Handlung der Geschichte, nicht der Autor. Was manchmal ziemlich beängstigend sein kann.

Was Charaktere wollen

Was ist, wenn mir nicht gefällt, was die Charaktere wollen? Wo sie hinlaufen? An dieser Stelle schiebe ich mal ein Video von Stephen King ein. Für Ungeduldige: Ab Minute 30 spricht er über das Schreiben, Charaktere und warum es so wichtig ist, ihnen zuzusehen, statt sie herumzukommandieren. Wer Kinder hat, weiß wie das gemeint ist. Und wie schwer es ist. Kissing one more heißt also erneut ins Ungewisse zu springen. Denn was wäre das für ein dritter Band, wenn ich einfach nur ein weiteres Happy End ankleben würde? Oder ein paar Designerprobleme aufwerfe, nur um sie schnell aus dem Weg zu räumen? Gute Protagonisten bringen ihre eigenen Probleme mit. Damit muss ich leben.

Charaktere und Zwiebeln

Diana Gabaldon weiß das und hat daher eine ganz eigene Art zu schreiben entwickelt. Ich gebe zu, ich hätte nie erwartet, hier Inspiration zu finden. Drittes Video. Diana Gabaldon sagt, es gäbe drei Arten von Charakteren: Zwiebeln, harte Nüsse und Pilze. Zwiebeln enthüllen dem Autor immer mehr von sich, je länger man sich mit ihnen beschäftigt. Okay, Emmy und Noah. Harte Nüsse sind Charaktere, die man nur aus Storygründen braucht und die man “knacken” muss, um sie zum Leben zu erwecken. Habe ich selten. Pilze poppen einfach auf und sind da. Hallo, Kolja!

Mittlerweile ist aus dem Pilz eine Zwiebel geworden. Jemand, der immer neue Facetten zeigt und nicht aufhört, sie mir ins Ohr zu flüstern. Weshalb ich mich geschlagen gebe. One more auch in dem Sinne, dass nach Emmy und Noah noch ein weiterer Charakter zu Wort kommt und seine Geschichte erzählt. Wer dieser Charakter ist, brauche ich euch vermutlich nicht zu sagen …

2 Comments

  • Reply
    Sabrina
    21. Juni 2014 at 20:09

    *hier ein lautes, freudiges quitschen einfügen*
    Ich freu mich so und bin soooo gespannt was Kolja dir so flüstert und freue mich schon sehr darauf.

    Ich finde übrigens auch, das die besten geschichten doch die sind die eben noch kein Ende vorbestimmt haben. Die geschichte soll während des schreiben seinen lauf nehmen können auch unerwartet für den autor selber. Das liebe ich an deinen Schreibstil einfach, deine Charaktere zeigen dir den weg und du presst sie nicht in irgendeine story mit einen bestimmten ende.

    • Reply
      Katrin
      24. September 2015 at 19:27

      Okay, ich weiß, Sabrina, diese Reply kommt reichlich spät. Aber – better late than never. Danke, für deine Gedanken und die Komplimente. *Hier ein breites glückliches Grinsen einfügen*

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