Stephen Kings – On Writing #2 King Size

King Size

Es heißt ja immer, man trifft sich dreimal im Leben. Was ich nicht bestätigen kann. Irgendwie treffe ich die Leute entweder ständig oder nie. Doch was Stephen King angeht, könnte es hinkommen. (Sollte ich ihn jetzt noch einmal persönlich treffen, muss ich ihm allerdings sagen, dass diese Dreier-Regel einfach Unsinn ist). Das erste Treffen war unbewusst, das zweite sehr bewusst.

Und es gibt eine kleine Vorgeschichte. Ich hatte 2005 mein erste Buch veröffentlicht und ich kann nicht sagen, dass ich besonders cool mit der Angelegenheit umgegangen bin. Obwohl ich Glück hatte, Preise gewonnen habe und alle, wirklich alle, sehr nett zu mir waren. Es ist schon seltsam, wenn man die ganze Zeit darauf wartet, dass mein Buch im Buchladen liegt und es dann tatsächlich da liegt – klar, toll – und  etwa zwei Monate später schon wieder weg vom Büchertisch ist und es kurz darauf sogar die wenigen Fans nicht mehr in ihrem Buchladen bekommen können.

Gekommen um zu bleiben

Die Band “Wir sind Helden” veröffentlichte im selben Jahr “Gekommen um zu bleiben” und ich fragte mich, ob ich mir nicht eher DAS hätte wünschen sollen. (Nun, 2012 kündigen die Helden eine längere Pause an – ich schätze, sie sind auch nicht geblieben, sondern haben sich leise rausgeschlichen.)

Während mein Buch also verschwindet, setzt sich eine Vampir-Tetralogie in den Läden fest und ich muss mich ernsthaft fragen: Was habe ich falsch gemacht, wenn DAS richtig ist? Wenn alle JA! schreien, findet man sich irgendwann komisch, wenn man WAS? fragt. Und mitten in meiner *hm* Verzweiflung steht ein Schriftsteller auf und sagt: “Schaut doch mal, der König, der hat ja gar keine Kleider an!”

Sagt es einfach. gerade als alle die tollen Kleider bewundern. Und das war King. Natürlich hat er es anders gesagt. King über Meyers. Etwas grob, zugegeben, aber von da an war ich beruhigt. Egal, was um mich herum an Verrücktheit in Bezug auf Bücher und Literatur vor sich geht, ich bin beruhigt.

Qualität

KingEiner hat es ausgesprochen. Einer hat uns daran erinnert, dass man mit Sprache sehr unterschiedlich umgehen kann und dass hohe Verkaufszahlen nichts mit Qualität zu tun haben. Einer, dem man nicht vorwerfen kann, er wäre bloß neidisch, da sein Erfolg und Einkommen (immerhin 45 Millionen Dollar im Jahr) dieses Argument sofort entkräften.

Natürlich gab es einen Aufstand. Und natürlich glätten die Wogen sich wieder. Doch von damals (etwa 2009) bis heute bleibt eine Frage für mich unbeantwortet: Warum hat King das getan? Er hätte ja auch schweigen können. Sich viel Ärger und Häme ersparen können. (Nebenbei bemerkt enthält seine Aussage ein großes Lob für J.K. Rowling). Trotzdem: Die Frage blieb offen. Und nun lüftet sich der Schleier. Seit ich “On Writing” lese, sogar ein ganz großes Stück. Und endlich kommt Klarheit in meinen Kopf und die Verkaufsränge werden mir egal (obwohl ich gerne oben stehe) und auch die “lieben 2 Sterne, die ich gerne vergebe” können mich mal –  King Size ist mein neues Small.

Genau deshalb, weil einen die Verkaufränge der anderen Autoren, ihr Erfolg und der eigene Kampf um ein gutes Buch manchmal aus der Bahn werfen können, empfehle ich King’s On Writing nicht nur für Menschen, die besser Schreiben lernen wollen, sondern allen, für die Schreiben KUNST ist.

No Comments

Leave a Reply