Stephen Kings “On Writing” #19 – Beschreibungen

Beschreibungen

So ist das also, wenn man sich ständig zu Gastbeiträgen überreden lässt, es leidet der eigene Blog. Nun, für die, die hier länger nicht vorbeigeschaut haben oder gerade zum ersten Mal hereinschauen: Ich bin immer noch oder eigentlich wieder bei Stephen King und seinem Buch “On Writing”. Genauer gesagt im Mittelteil. Lauter kleine Kapitel über die Kunst des Schreibens und jedes widmet sich einem Teilaspekt. Und nun bin ich hier: Kapitelchen 6: Description = Beschreibung.

Weil das nun mal ein Teil des Jobs ist, damit der Leser eine ungefähre Vorstellung von dem bekommt, was ich ihm erzählen will. Und wie mache ich das nun?

“It’s not just a question of how to, you see; it’s also a question of how much to.” (King)

Langeweile und Beschreibungen

Mir fällt eine kleine Geschichte ein. Letztens waren wir bei Freunden und redeten über Bücher. Die Freundin erzählte von einer schwedischen (?) Schauspielerin, die ein großartiges erstes Buch geschrieben hat, 400 Seiten, hochgelobt, besonders für seine Beschreibungen. Einen Krimi/Thriller und wie sehr ihr das Buch gefallen hätte. Und dann kam das zweite Buch, hatte 700 Seiten und sie konnte es nicht lesen. Was vorher so gelobt wurde – die Beschreibungen – war auf einmal zu viel, lauter Details, die sie nicht und eigentlich niemanden interessierten. Verdammt. Ich leide mit.

“In many cases when a reader puts a story aside because it ‘got boring,’ the boredom arose because the writer grew enchanted with his powers of description and lost sight of his priority, which is to keep the ball rolling.”  King

Allerdings gehöre ich zu der Sorte von Autoren, die eher zurückhaltend mit Beschreibungen sind. Ich hasse es nämlich auch als Leser, wenn meine ganze Vorstellungskraft totbeschrieben wird. Ich habe selber eine Vorstellung, lasst mir die bitte.

“The trick is to find a happy medium.” (King)

Für King besteht eine gute Beschreibung aus wenigen, gut gewählten Details, die für alles andere stehen.

“The key to good description begins with clear writing, the kind of writing that employes fresh images and simple vocabulary.”

Ich mag, dass er hier das Wort “simple” benutzt, etwas, was viele mit “einfach” übersetzen würden, was es natürlich genau nicht ist. “Clear writing” – auch so eine tolle Bezeichnung. Im Grunde macht King es hier schon vor: So, wie er das Schreiben beschreibt, so soll auch geschrieben werden. Und schon ist das Kapitel zuende. Ich hebe den Finger.

-“Ja, Sie dahinten mit der tiefen Stirnfalte?”

Klavier-“Äh, wie ist es mit Musik? Ich möchte so oft über Musik schreiben, und dass die Leser es … hören?”

– (Verärgertes Seufzen) ” It’s about the story and it’s always about the story.”

– “Ja, aber …”

– “Practise the art, always reminding yourself that your Job is to say what you see, and then to go on with your story.”

Schweigen. Okay, ich ersetze hier einfach mal “see” durch “hear”.

Dann ist doch alles ganz easy, oder?

 

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