Filmen in den USA

Filmen in den USA – Übergänge

21. August 2013
Fliegende Übergänge

Ich habe keine Flugangst. Obwohl ich mir auch Gedanken mache, wenn eine Flugbegleiterin kurz vor dem Abflug krank wird. Oder der Flug sich verzögert, das Flugzeug, wenn man einsteigt (immerhin American Airlines) nur zwei Sitzreihen hat und so klein ist, dass man denkt, man würde damit von Tegel nach Tempelhof oder Berlin nach Köln, aber nicht 9 Stunden über offenes Gewässer fliegen (ist der Tank überhaupt groß genug??).

Ich finde es auch sehr lustig, dass es die Reihe 13 in Flugzeugen nicht gibt (für mich ist es eine Glückszahl) und nehme jeden Sitz, der kommt. So war es dann Reihe 12, Mitte und neben einer Frau am Gang mit Beinmanschette, die gleich sagte, dass sie nicht aufstehen könne und ich immer über sie hinübersteigen müsse. Really?

Ja, ich habe es achtmal während des Flugs gemacht. Auf der Sitzlehne abgestützt, auf ihre Armlehne getreten, mich über sie hinweg geschwungen. Zurück umgekehrt. Die Hälfte des Fluges hatte sie eine Decke über ihren Kopf gezogen, die andere Zeit hat sie Wein getrunken, bis die Stewardess sich weigerte, ihr noch mehr Wein in Kombination mit ihren Painkillern zu bringen. Habe ich erwähnt, dass sie ihr Tablett immer aufgeklappt hatte, und ich deshalb erst ihr Tablett abräumen musste, bevor ich über sie hinweg steigen konnte? Ich weiß, ihr denkt jetzt, ich übertreibe. Schmücke das aus. Nein, echt nicht. Ich sauge das auf. Für später. Auch wenn das leider eine Geschichte ist, die ich nicht für meine Bücher verwenden kann. Wer würde das glauben? Genau.

Zeit in Übergängen

Wie bringt man acht einhalb Stunden Flug rum? Abgesehen von Essen. Ich habe es mit Filmen versucht. Ich weiß nicht, ob es an dem kleinen Bildschirm gelegen hat, aber ich habe keinen der Filme richtig zu Ende gesehen. Beautiful Creatures?  Dauernd das Gefühl, ich sehe das Making Of des Films. A Good Day to Die Hard? Abgebrochen an der Stelle, an der sie ohne Schutzanzüge in den Tschernobyl-Reaktor gingen. Und so weiter. Also bin ich auf kürzere Formate umgestiegen und habe ein Interview mit Hugh Jackman im Actors Studio gesehen.

Actors Studio Drama School ist eine Filmschule, an der regelmäßig Leute aus dem Filmgeschäft eingeladen und interviewt werden. Ich bin ein großer Fan von H.J. Er hat zwei Ding gesagt, die mich dazu gebracht haben, heute zu bloggen, denn sie haben mit Übergängen zu tun. Zum einen:

Nichts bleibt gleich

Bezogen auf die Fähigkeiten oder Beziehungen, die man hat. Man bleibt nicht gleich. Man wird schlechter oder besser. Und man wird schlechter, wenn man etwas nicht tut. Also zum Beispiel singen, tanzen, schauspielern und äh, ja, schreiben. Und dann die zweite Sache, die einen meist vom schreiben (oder singen oder …) abhält. Man muss Gefühle zeigen. Und dass es immer diesen Konflikt gibt, da man seine Emotionen nicht zeigen möchte – eigentlich – aber nicht daran vorbeikommt. Auch wenn es jedes Mal Überwindung kostet. Jep. Im Übergang daran erinnert zu werden, dass man sich verändern muss. Übergänge dazugehören.

Und nun bin ich hier. Der Übergang ist geglückt. Über eine Stunde von New York entfernt. In einer Art Amerika-Kulisse. Lieblingsbild heute: Die hängenden Ampeln. Weil eine offenbar nicht genug ist oder ein Ampelfest gefeiert wird … yeah – green!

ampel

  • Uwe
    21. August 2013 at 14:21

    Hey, wir haben hier bei RedBugBooks auf dem Flightracker genau gesehen, als du das erste Mal über die Dame geklettert bist. Ich schick euch mal das Beweisfoto.

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