Stephen King - On Writing

Stephen Kings “On Writing” #11 Magic

22. September 2013
Magic

Na toll. Gerade habe ich beschlossen, meine Werkzeugkiste zu sortieren und Platz fĂŒr Kings VorschlĂ€ge zu machen, da jagt er mich in die Luft. Erstens, zweitens, drittens – Booom! Nun, der Vergleich mit dem Werkzeugkasten war eh nicht so mein Ding. Ich bewahre mein Werkzeug – und nein, das ist jetzt kein Vergleich, ich meine wirklich den Hammer, die Schraubenzieher, den EnglĂ€nder (was auch eine Zange ist) – in WeckglĂ€sern auf, die in meinem Malschrank stehen.

Also dem Schrank, in dem ich meine Öl- und Acrylfarben, meine Pastellkreide und Wachsmalstifte, meine Tacker zum Rahmenbau, die Pinsel und die Modler (was auch Pinsel sind) aufbewahre. Ein Hammer liegt allerdings auch dort, wo ich meinen Schmuck, GlĂ€ser und ParfĂŒm aufbewahre. Nicht, weil ich vorhabe, einen Einbrecher damit zu erschlagen, sondern weil ich stĂ€ndig einen Hammer brauche, um etwas aufzuhĂ€ngen oder festzuklopfen und da ist er immer zur Hand.

AbsÀtze

Okay, warum erzĂ€hle ich so wirres Zeug? Nun, das Kapitel Toolbox in Kings “On Writing” hat 5 Abschnitte: 1 Wortschatz 2 Satzlehre 3 Abneigungen bei Formulierungen 4 … AbsĂ€tze? Moment mal, das ist doch kein Werkzeug, das ist doch schon das Teil, das ich mit den Werkzeugen baue?! 5. … das ganze Buch. Was? Wir sind schon beim Buch(bau)? Nein, wir sind bei  …. Magic.

Hokus Pokus

Ich fĂŒhle mich ein wenig wie in einer Zaubershow. Hier der KĂ€fig, da die Taube, Taube in KĂ€fig, Tuch drĂŒber: Hokus Pokus. Wusch! Tuch weg, Taube weg. Wie hat er das denn nun gemacht? Wie sind wir jetzt von a nach b gekommen, von den Vokabeln zu dem ganzen Buch? Wie ist die Taube verschwunden? *RĂ€usper* Sie liegt zusammengedrĂŒckt auf dem Boden des KĂ€figs unter einem doppelten Boden, ein Mechanismus, der oben am KĂ€fig von unserem Magier ausgelöst wird und ganz sicher TierquĂ€lerei ist. Stimmt. Aber, nein, das ist natĂŒrlich nicht die ErklĂ€rung. Gute Autoren tĂ€uschen ihre Leser nicht, sie können … wirklich zaubern.

Zaubern

“We are talking about tools and carpentry, about words and style … but as we move along, you’d do well to remember that we are also talking about magic.” (King)

Na, endlich rĂŒckt er damit heraus, natĂŒrlich erst am Ende aller Abschnitte ĂŒber Werkzeuge. Dabei sah alles gerade so  machbar aus. Klopf, klopf – es schien möglich. Was nun?

Zauberstab

Magic2Als mein Sohn fĂŒnf wurde, hatte er nur einen Wunsch zum Geburtstag: Er wĂŒnschte sich einen Zauberstab.

“Ach so? So einen Stab, mit dem man Zauberer spielen kann?”

“Nein, einen richtigen Zauberstab.”

Okay, alles klar. Toys ur us und der Holzspielzeugladen halfen da nicht weiter. Eigentlich half da ĂŒberhaupt nichts weiter außer einer LĂŒge : “Die ZauberstĂ€be waren leider ausverkauft, die sind einfach zur Zeit sehr gefragt”, oder einem GestĂ€ndnis: “Irgendwann hĂ€ttest du es ja doch erfahren, mein Sohn, es gibt keine ZauberstĂ€be und Zauberer und ĂŒberhaupt ist das eine sehr unmagische Welt, in der wir leben …”

Offen gestanden, war ich zu keinem von beidem bereit. Was mache ich also? Es hat mich wochenlang beschĂ€ftigt. Und meinen Mann. Was haben wir schließlich gemacht? Nun, plötzlich war es uns ganz klar: Wir können unserem Sohn ohne Bedenken einen Zauberstab schenken.

“Hier ist dein Zauberstab und nun leg los.”

“Aber wie?”, fragt der Sohn.

“Das wirst du, klĂŒgster und großartigster Sohn von allen, schon herausfinden.”

Wir haben an diesem Tag einen Jungen sehr glĂŒcklich gemacht. Wir waren sehr glĂŒcklich. Denn wir haben uns selbst das grĂ¶ĂŸte Geschenk gemacht. Magic – existiert. Also legen wir los.

  • Uwe
    22. September 2013 at 3:10

    Yeah!

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