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#Schreiben Feminismus New Adult

New Adult – Bridging the Gap

6. November 2020
New Adult

Manchmal frage ich mich, wie alles begann und warum ich dieses Sub-Genre New Adult so liebe, das um 2013 von den USA als Genre-PhÀnomen nach Deutschland kam und erst die Bestsellerlisten und dann die Schreibvorlieben der deutschen Autor*innen erobert hat.

Vermutlich, weil ich glaube, dass hinter diesem Sub-Genre mehr steckt, als nur ein neues BestsellerphÀnomen oder zumindest sehr viel mehr stecken könnte.

Wie ging es los?

Wie kam es ĂŒberhaupt zu der Bezeichnung: New Adult? Ich habe dazu schon 2014 einen Beitrag auf der Red Bug Culture-Website geschrieben, denn New Adult fasziniert mich schon eine Weile:

Das Subgenre wurde 2009 von der St. Martins Press „erfunden“, um schon existierende Stoffe neu einzuordnen und besser herausstellen zu können. Die ersten Autor*innen waren Anglo-Amerikaner*innen.

Es hat sich anfÀnglich aus dem Genre der Contemporary Lovestory, zwischen Young Adult und Chic-Lit herausgebildet und die meisten Titel sind Liebesgeschichten. Wenn man so will, existiert das Genre ja auch schon, es wurde nicht erst erschaffen sondern nur von Young Adult und Erwachsenen Literatur abgegrenzt.

Wer das ganz ausfĂŒhrlich möchte, dem empfehle ich den Artikel von Emma Stewart ĂŒber das PhĂ€nomen New Adult (in Englisch). Ich habe die PDF auf meinen Blog gelegt. Hier zum Download.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich, als ich 2013 die BĂŒcher von Abbi Glines und Jamie McGuire gelesen habe, zwiegespalten war. War das 
  anders verpackte Erotik? War das Schund? Aber dann gab und gibt es excellent geschriebene New Adult-BĂŒcher, die verdienen, Teil der Pop-Kultur zu werden. Mir fiel auf, dass die Bandbreite sehr groß war. Was sie alle verband: Es wurde offen ĂŒber Sex geschrieben, wenn es um Begegnungen von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ging. Kein fade to black. Und das fand ich erstmal wichtig. Die ersten New-Adult-BĂŒcher wurden in Deutschland zwar fĂŒr Erwachsene vermarktet (Stichwort Warengruppe), aber die Protagonist:innen waren jung, meist noch nicht volljĂ€hrig (zumindest nach amerikanischen Recht). Also war das fĂŒr mich Literatur fĂŒr junge Erwachsene, fĂŒr Jugendliche.

Mir gefiel auch die hohe EmotionalitĂ€t der Geschichten, denn das Jugendbuch wird ansonsten hauptsĂ€chlich von “Themen” beherrscht. Kopf statt Bauch. Starke GefĂŒhle zu zeigen, sie intensive zu beschreiben, hat man eher und besser den Romance-Autor:innen ĂŒberlassen. Das zeitgenössische Jugendbuch – seit 2005 meine Schreibdomain – sollte sich lieber sachlich mit “Problemen Jugendlicher” auseinandersetzen (siehe die Regale in euer Bibliothek.)

Jugend und Körper

Es hat mich immer schon gestört, dass die PubertÀt offenbar eine Zeit ist, die von vielen Erwachsenen gerne klein gemacht wird. Die Zeit, in der die Kinder komisch werden und peinlich und zu lÀcherlichen Puber-tieren werden und eine Menge Probleme haben, die man dann in Unterkategorien von Sucht, Sex, Stress, Depression aufteilen kann. Denn, hm, waren wir nicht alle mal selbst an diesem Ort?

Klar, hier passiert viel, mit dem Gehirn und dem Körper und das muss erstmal verkraftet werden. Besonders heftig ist es fĂŒr MĂ€dchen. Jungs bekommen Muskeln und Bartwuchs und damit Zeichen von Power, MĂ€dchen weiche BrĂŒste und Rundungen, die sie verletzlicher und angreifbarer machen. In dieser Zeit beginnt die Phase der große Verunsicherung: Bin ich schön genug? Zu dick, zu dĂŒnn und so weiter.

Das sind wichtige Themen im Jugendbuchbereich, doch leider werden sie meist erst dann aufgegriffen, wenn es schon “zu spĂ€t” ist. Wenn es ein Problem geworden ist wie Magersucht oder Depression. Auch SickLit genannt. Denn Krankheit erlaubt einem MĂ€dchen (fast immer sind kranke MĂ€dchen die Protagonist:innen) ihre letzten WĂŒnsche zu Ă€ußern und endlich zu sagen, was sie wirklich will. Aber warum muss man erst krank werden, um zu wissen, was man will? Ist das die message? Und kann New Adult hier etwas Ă€ndern?

New Adult – was und fĂŒr wen?

Wie war das denn am Anfang? Wie ging es auf dem deutschen Buchmarkt los mit New Adult? Am Anfang – ich spreche hier von 2013/14 – gab es die eher erotischen New-Adult-BĂŒcher, die damals noch nicht als New Adult vermarktet wurden und die bei z.B. Piper auch gerne in der Erotik-Abteilung erschienen. Junge Protagonist:innen zwischen 20 und 25, das MĂ€dchen fast immer noch Jungfrau, der Mann dagegen erfahren und Typ Badboy.

Aber es gab ja auch schon “Twilight”, ein Jugendbuch, das die TĂŒr zu mehr EmotionalitĂ€t aufgestossen hatte. Allerdings extrem prĂŒde mit Sex umging. Das hat dann Frau James mit Shades of Grey (ehemals Fanfiction zu Twilight) geĂ€ndert und Licht ins Dunkel gebracht. Seeehr viel Licht. Irgendwie schien Zu-wenig- zu-viel ein Thema zu sein. Und auch die Frage, wo sich die richtige Zielgruppe fĂŒr diese BĂŒcher befand oder befindet, war unklar. WĂ€hrend Twilight Autorin Stephenie Meyer der Meinung war, sie schriebe ein Erwachsenenbuch (und ihre Agentin sie dann sanft ĂŒberzeugt hat, dass das doch eher in die Jugendabteilung gehört), hat Frau James mit einem kindischen Schreibstil den Erwachsenenmarkt erobert. Was war da los? Oder was ist da los, denn immer mehr Erwachsene lesen gerne Jugendliteratur und New Adult. Und viele sagen: Es muss gar nicht anspruchsvoll sein. Ich will meinen Kopf ausschalten.

Und die Jugendlichen? Ich kenne keine Jugendlichen, die ihren Kopf ausschalten wollen, ganz im Gegenteil. Sie wollte allerdings auch nicht immer nur im Kopf sein. Besonders dann nicht, wenn sie in die PubertĂ€t kommen. NatĂŒrlich wird Sex ein Thema und zwar ein Großes. Und irgendwie kann uns allen weder Stephenie Meyer noch Frau James und Shades of Grey wirklich weiterhelfen, wenn es um die Frage nach gutem Sex geht.

Es ist interessant, dass New Adult immer noch zwischen den Bereichen oder Warengruppen Jugendbuch und Erwachsenenbuch hin- und herwabert.

Sex sells … und mehr

Wir leben in einer Zeit, in der immer offener mit Fragen zu Sex umgegangen wird. Das ist gut, aber nicht alles ist so, wie man es als unerfahrene SexanfĂ€ngerin braucht. Alles wird aufgedeckt und untersucht, Vaginen prangen auf Buchcovern. Super! AufklĂ€rung!, möchte ich gerne rufen und finde ich sehr positiv, weiß aber gleichzeitig, dass mich das als Teenagerin ungefĂ€hr so abgetörnt hĂ€tte, wie die Vorstellung vom Sex meiner Eltern. Ich will es schon wissen, aber bitte nicht wie im Sexualkundeunterricht vorgehalten bekommen.

Das Thema Sex in BĂŒchern – und ich meine guten Sex, also “Liebe machen”, beschĂ€ftigt mich seit ich als pubertierende Leserin einfach keine BĂŒcher finden konnte, die mir liebevoll und emotional, aber gleichzeitig realistisch und sachlich sagen konnten, wie das geht mit diesen beiden Körpern. Ich war mir nicht sicher, ob ich Frauen oder MĂ€nner liebte, so sehr hat mich das alles verwirrt. Und nirgendwo gab es Antworten. Als ich – eher aus Zufall – Jugendbuchautorin wurde, wollte ich das ganz bestimmt Ă€ndern. Eine Sexszene zu schreiben ist sicher nicht dass, was man sich wĂŒnscht, wenn man morgens aufsteht, ĂŒbermĂŒdet die Kinder zur Schule fĂ€hrt oder den Abwasch macht. Oh, und nachher noch die Sexszene schreiben. Ich lernte, dass auch das eine Kunst ist, ĂŒber die sich ĂŒbrigens schon einige Autor*innen den Kopf zerbrochen haben. Zum Beispiel Diana Gabaldon.

Als dann mein erstes Jugendbuch (Radio Gaga) 2005 herauskam, gab es Kritik fĂŒr eine explizite Sexszene von Lehrerinnen, aber SchĂŒler:innen forderten auf Lesungen immer genau diese Szene ein. Was lief da schrĂ€g? Ich fand es wichtig, eine gute Sexszene zu schreiben, damit nicht immer mehr schlechter Sex “ausprobiert” wird, an dem dann am Ende wohl eher die MĂ€dchen leiden wĂŒrden. Aber warum hatten einige Erwachsene so viele Probleme damit?

Nun, New Adult enthĂ€lt Sexszenen. Selbst, wenn viele New-Adult-BĂŒcher heute nicht in der Erotikabteilung stehen, scheint eine Sexszene dazu zu gehören und findet sich dann meist als Höhepunkt in der Mitte und/oder am Ende des Buches. Klar, wenn es in der Geschichte stark um Sex geht, dann hat der auch eine dramaturgische Funktion.

Heißt: Das Zusammenkommen der Partner – auch körperlich –  ist dann tatsĂ€chlich ein Höhepunkt/Klimax im Buch und das wĂŒrde ich auch so schreiben. Anmerkung: Wenn ich lese, dass ein sex-unerfahrenes MĂ€dchen einem Jungen beim ersten Sex den RĂŒcken aufkratzt, dann muss ich das Buch sehr weit wegwerfen und einfach mal hoffen, dass niemand glaubt, was da steht. 

Dass Sex in BĂŒchern nicht immer so wie im Leben sein muss, ist natĂŒrlich klar. Trotzdem ist es vermutlich sowohl fĂŒr MĂ€dchen/Frauen als auch Jungs/MĂ€nner frustrierend, sich mit diesen Sexgöttern zu messen, die immer Lust haben, stĂ€ndig feucht und hart sind und auch keine Problem damit haben, jemanden sofort und am besten ganz eng heranzulassen. Und wenn es dann mal etwas ruppiger zugeht – so sind sie halt, die Badboy. Eyyyy – nein!

(Zum Thema: Inhalte und besonders zu Sex in New-Adult-BĂŒchern hier mehr oder hier, oder hier, denn in den USA wird darĂŒber schon lĂ€nger diskutiert.)

Feminismus und New Adult

Es tut sich was in Richtung Feminismus. Auch sehr schön. Die dritte Welle der Frauenbewegung lebt. Allerdings ist auch sie nicht unbedingt in vielen New-Adult-BĂŒchern zu finden, was ich extrem frustrierend finde. Ganz klar verkaufen sich zurzeit (nicht nur) die NA-BĂŒcher besser, die ein konservatives MĂ€nner- und Frauenbild zeigen. Heterosexuell, versteht sich. BĂŒcher, die sich mit anderen Lebensweisen und Vorlieben, gleichgeschlechtliche Liebe oder oder beschĂ€ftigen, landen in Nischen. Argumente der Verleger*innen und Selfpublisher:innen: Die Frau/Leserin – will es ja so, also warum etwas anderes schreiben?

Viel New Adult orientiert sich eher an den konservativen Leser:innen, die kleine Abweichung im ĂŒblichen Beuteschema – Jagd, Fang, Sex, Hochzeit – sofort registrieren und mit verhaltenen KĂ€ufen abstrafen. Hier muss natĂŒrlich auch jede Autor:in eine Entscheidung treffen, ob ihr der Inhalt oder das Auskommen wichtiger ist. Und welche Leser:innen sie ansprechen möchte.

Eine Autorin erzĂ€hlt (in einem Podcast), sie hĂ€tte ihre ersten New Adult-BĂŒcher (unter Pseudonym) nur aus Gag geschrieben und dafĂŒr einfach mal alle Klischees zusammen gepackt.  Ha, ha. Outch! Denn – wenn ich mich recht erinnere, waren es genau diese NA-BĂŒcher der Autorin, die schließlich so gut liefen, dass ihr danach ein Verlag die Möglichkeit fĂŒr “andere” BĂŒcher gegeben hat. Ein erfolgreiches Format wie New Adult mit Klischees zu ĂŒberfrachten und fĂŒr den Einstieg in den kommerziellen Buchmarkt zu nutzen, ist ein schlauer move, aber er verbessert nicht den Ruf dieses Genres und das ist schade.

Sind wir Jugendbuchautor:innen gezwungen, uns frĂŒher oder spĂ€ter von New Adult zu distanzieren? Ist es dann doch so schmuddelig, das man besser nur unter Pseudonym schreibt und spĂ€ter am besten alles aus dem Verlauf löscht? Ich denke nicht. New Adult braucht nicht noch mehr Trittbrettfahrer mit Klischeestories oder Autor*innen, die es nur benutzen, um danach – endlich – etwas Richtiges zu schreiben. New Adult braucht mehr Autor:innen, die aus dem mittlerweile stark strapazierten Klischees ausbrechen.

Nebenbei bemerkt: Leser:innen sind unsere Fans/Follower/KĂ€ufer:innen/Kunden. Wir sollten sie achten und ernst nehmen. Ich glaube auch, dass wir als zeitgenössische Jugendbuch-Autor:innen, (egal ob im Young oder New Adult-Bereich), eine Verantwortung den Leser:innen gegenĂŒber hat. Oder vielleicht sogar als Autor:in ĂŒberhaupt, aber das ist eine andere Diskussion.

Frauen-Literatur

Das Thema Frauen-Literatur und Frauen in der Literatur (von MĂ€nnern) beschĂ€ftigt mich schon lange, sogar lĂ€nger, als das Thema Frauen in der Kunst und ihre Darstellung. Ich plane eine Blogreihe ĂŒber die Rezeption von “Frauenliteratur” aka Romance//New Adult, die mich in Euphorie versetzt, seit ich immer mehr Autorinnen finde, die das Thema Ă€hnlich leidenschaftlich beschĂ€ftigt. Denn die Herabsetzung des Liebesroman-Genres hat Geschichte und tiefe Wurzeln, die bis in die Konstruktion von Geschichten gehen. Stichwort Hero’s Journey. Aber dazu in spĂ€teren BlogbeitrĂ€gen mehr.

Denn leider ist es bis heute richtig, dass, wer nicht nur materiellen Erfolg haben, sondern auch Preise und Anerkennung im Literaturbereich bekommen möchte, schneller und besser mit “anspruchsvollen Themen” ans Ziel kommt. So steigt man hoch auf der (mĂ€nnerdominierten) Erfolgsleiter und das andere ist … Frauenkram. Kinderkram. PubertĂ€r. BĂŒcher, die bestimmte Literaturkritiker lustvoll in die Tonne treten oder rollen lassen. “Sogar”, wenn sie von MĂ€nnern geschrieben werden.

Ein neues New Adult

Es gibt sie wohl immer noch, die LĂŒcke im Buchmarkt, zwischen Jugendbuch und Erwachsenen-Literatur. BĂŒcher fĂŒr Menschen, die merken, dass Erwachsenwerden mehr bedeutet, als sich körperlich zu transformieren und Sex, einen Job, ein Auto, ein Haus, eine Partner:in zu haben.

Junge Erwachsene, deren TrĂ€ume ĂŒber eine materielle ErfĂŒllung hinausgehen. Die nach Orientierung suchen, auf allen Gebieten und denen mit Klischees nicht geholfen ist.

Meine Hoffnung ist, dass ein progressives New Adult sie schließen kann. Warum? Weil es tatsĂ€chlich zu viele junge Menschen gibt, die vom Erwachsenwerden ĂŒberfordert sind und unter Depressionen, Magersucht, Sucht etc, leiden. Wir sollten sie alle ernst nehmen, die Quarterlife Crises, und ich gehe davon aus, dass wir sie alle in der ein oder anderen Form erlebt haben.

Die so genannte Quarterlife Crisis (QLC) bezeichnet einen Zustand der Unsicherheit im Lebensabschnitt nach dem „Erwachsenwerden“, der in etwa im Alter zwischen 21 und 29 auftritt, der Endphase des ersten Lebensviertels. Der Begriff wurde in den USA 1997 in Analogie zur Midlife Crisis gebildet. (Quelle)

BĂŒcher sind nicht immer die beste Lösung fĂŒr dein Leben. Richtig. Musik, Freunde, Familie, Sport, Kunst und KreativitĂ€t sind andere oder weitere Wege. Vielleicht sogar bessere. Aber als Autorin glaube ich an die Kraft der Literatur.

Let’s dream.

xoxo

Katrin

#Making Of

Making Of – Love on Paper

11. Februar 2017
love of paper
LOVE ON PAPER
Love on Paper Katrin Bongard New Adult

Love on Paper

Es ist nicht bei vielen BĂŒchern so, aber manchmal ist auch ein Buch in der Reihe der Projekte genau das: Ein Neuanfang. (Mittlerweile hat Love on Paper ein neues Cover – siehe links). Da ich schon auf dem Red Bug Culture Blog schon viel ĂŒber die Entstehung von Love on Paper gesagt habe, habe ich mir ĂŒberlegt, hier mehr auf die Stimmung und die Charaktere einzugehen.

What’s all about

Wie der Titel hoffentlich schon verrĂ€t – Es geht um BĂŒcher, das Lesen, das Schreiben. Die Liebe zu Geschichten, Texten, Autoren. Diesmal wollte ich unbedingt nĂ€her an die Entstehung eines Buches heran. Sowohl die kreative Seite – also die Autoren, als auch die ganz pragmatische Seite – der Verlag. Ganz klar war daher fĂŒr mich, dass alle Charaktere in meinem Buch auf die ein oder andere Weise mit BĂŒchern oder dem Schreiben zu tun haben mĂŒssen oder eben damit in Kontakt kommen.

Hauptcharaktere

Logisch, dass meine Heldin eine Leserin ist. Und zwar eine von der verrĂŒckten Art, wie ich sie selber war (und immer mal wieder bin). FĂŒr Maya ist Lesen wie Nahrung. Sie braucht sie fĂŒr ihr Herz ihren Kopf. Um zu denken, um zu fĂŒhlen. Ohne ein Buch ist sie nicht komplett. Was wohl auch daran liegt, dass sie aus einer Familie kommt, in der Literatur und Kultur eine große Rolle spielen.

 

 

 

 

Als sie auf Simon trifft, hat sie jemanden gefunden, mit dem sie sich ĂŒber all das austauschen kann, was sie in der Literatur beschĂ€ftigt. Jemand, fĂŒr den BĂŒcher auch mehr sind als Lesefutter, jemand der sie zum Leben braucht. Obwohl er aus einem vollkommen anderen Umfeld kommt. Simon ist eine Art von Held, die ich einfach immer gerne in meinem BĂŒchern habe. Jemand der still ist, und sich mehr in seinen Handlungen ausdrĂŒckt. Ein wenig wild, aber auch nachdenklich. Und ja – er kocht ;)

Nebencharaktere

Ich mag Nebencharaktere. Helden sind in einer Geschichte beschrĂ€nkt in ihren Möglichkeiten. Sie sind manchmal einfach zu konzentriert fĂŒr den Fun, den eine Geschichte (auch) braucht. Also tobe ich mich damit sehr gerne bei meinen Nebencharakteren aus.

Ruby hat sich sehr schnell von einer braven Freundin in genau das Gegenteil verwandelt. Sie ist wild und unkonventionell, tĂ€towiert, gepierct, hat aber auch diese nerdy Seite, ist ein Technikfreak und sehr, sehr warmherzig. Sie nimmt sich – auch im Buch – einfach den Raum. Die beste Nebenrolle, die man sich wĂŒnschen kann.

Konrad ist Mayas Studienkumpel. Er ist exzentrisch, hat einen ganz besonderesn Kleiderstil und ist nicht schwul, um das auch gleich zu sagen. Ich wollte jemanden mit in der Gruppe haben, der noch mal einen anderen Zugang zur Literatur hat. Vielleicht klassischer.
Jemand, der noch den vollen Idealismus hat, was das Schreiben und Verlegen von BĂŒchern angeht. Der fast ein wenig in der Vergangenheit lebt, was man besonders an seinem Style merkt.

Eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen die Autoren, die meine Helden lieben und denen ich auch Raum im Buch gegeben haben: Francis Scott Fitzgerald und Ernest Heminway, die ich auf sehr unterschiedliche Weise großartig finde und die sich in meiner Schreibzeit zu netten Kumpels und Begleitern entwickelt haben.

Setting

Das Buch spielt hautpsĂ€chlich an drei Orten: Zum einen in einem Verlag. Wer sich in Berlin auskennt, wird den (großen) Publikumsverlag (er)kennen, den ich als vage Vorlage benutzt habe. Ich war schon in vielen Verlagen, trotzdem habe ich hier meiner Fantasie einfach mal Raum gegeben, also keine Ahnung, ob es in diesem Verlag innen wirklich so aussieht, ob sie eine Kantine im Haus haben …

Location

Der andere Ort ist ein großes Gartenlokal, eine typischen Studentenkneipe, die es ĂŒbrigens auch wirklich gibt. Hier habe ich bis hin zur Speisekarte fast alles so beschrieben, wie man es dort auch vorfinden wird. Irgendwie mag ich das, dass ich meine Spielorte immer besuchen kann ;)

Der dritte Ort ist ein Friedhof. Genauer gesagt, der Friedhof in Stahnsdorf (zwischen Berlin und Potsdam). Es ist ein absolut faszinierender Ort (okay, ich stehe auf Friedhöfe) mit vielen verwilderten GrÀbern, und ich hoffe, ich bin ihm gerecht geworden.

 

 

 

 

 

 

 

Das Interview mit mir auf dem Red Bug Culture Blog zu Love on Paper kannst du gut man gut als ErgÀnzung lesen.

(Bildquellen: Charaktere und Autorenbilder ĂŒber meine Pinterestboards. Lokal und Friedhof selbst.)

#Making Of Books

Making Of – Kissing-Serie

23. September 2014
Making Of  – Kissing- Serie

Bald ist es so weit. Kissing one more kommt heraus und ich bin ziemlich aufgeregt. Zeit fĂŒr ein paar Insights.

Es begann eigentlich alles damit, dass ich keinen dritten Band schreiben wollte. Es war doch alles so gut. Kissing und Kissing more gefielen nicht nur den Lesern, sondern auch meiner Lieblingslektorin, sodass beide BĂ€nde 2015 in Print ĂŒber Oetinger in den Buchhandel kamen.

Sogar die Verlagsvertreter waren begeistert und ich sage euch, das kommt nicht sehr oft vor. Wieso jetzt noch was riskieren? Aber wie das so ist … ich wachte eines Morgens auf und *verdammt* sehe, was als NĂ€chstes passiert. Es ist nur eine kleine Szene, ein Schnipsel, der mich neugierig macht. Und ich bin mir sofort sicher: Nein, das schreibst du nicht.

Zu provokant, zu ungemĂŒtlich

Na ja. Logisch, habe ich es dann doch geschrieben und dabei etwas wieder entdeckt, was mir fast abhanden gekommen wĂ€re: Es gibt etwas, wofĂŒr ich schreibe. Das ist weder mein Ego, obwohl das groß ist, noch sind es die Leser da draußen, owohl ohne sie ein Buch nicht vollkommen wird, es ist nicht das Geld oder der Ruhm, obwohl man von beidem ja nicht genug haben kann. Es ist das GefĂŒhl, dass man “es sagen muss”, weil es sonst nicht existiert. Nicht in dieser Art exisitiert. Das gleiche GefĂŒhl, mit dem ich ein Bild male oder ein Foto mache. Ich will, dass genau dieser Blick auf die Welt eingefangen wird. Existiert.

Buchcharaktere

Nun, zum GlĂŒck blieb nicht alles an mir hĂ€ngen, denn Hauptcharakter Kolja hat mich an die Hand genommen. Er hatte seine ganz eigene Vorstellung von seiner Geschichte. Er hat meine frĂŒhen Versuche, eine normale Geschichte zu erzĂ€hlen, belĂ€chelt (Klischee!), mir ein Kapitel aufgezwungen, das mir rote Ohren gemacht hat und eines, das eher paranormal ist. Mit Kolja ist alles etwas rockiger als mit anderen Charakteren. Intensiv und fast too much. Er hat dem Soundtrack der Kissing-Geschichte, die ĂŒber drei BĂ€nde geht und natĂŒrlich irgendwie eine Geschichte ist, ein paar interessante Tracks hinzugefĂŒgt.

Einer hat mich *binge-hearing* beim Schreiben begleitet und ist so markant, dass ich den Trailer dazu sofort als Book-Trailer fĂŒr Kissing one more adoptiert habe. Woowooouuu. Eine leidenschaftiches Duett, das ganz ohne nackte, mĂ€nnliche Oberkörper auskommt (yes!). So, wie in diesem Duett/Duell war es zwischen Kolja und mir oft – und zwischen Julian und Kolja meistens. Dass das Duo auch Ă€ußerlich meinen Helden sehr nahekommt – Zufall. Wie die Geschichte am Ende ausgeht?

Tja, das mĂŒsst ihr selber nachlesen.

xoxo

Katrin