Sex und so – Erotik in der Literatur

Sex und so & Books

sex und soLetztens habe ich einen sehr unterhaltsamen Blogeintrag auf Smart Bitches – Trashy Books gelesen. Die Bitches sind offen, intelligent und bissig. Und sie stehen dazu, eine Schwäche für Schund zu haben. 10 Dinge, die die Bitches an Sex-Szenen hassen. Für alle, die nicht sofort rübergeklickt haben: Es geht um unmögliche Liebespostionen oder Orte und vollkommen unrealitstische Schilderungen von Sex. Zwei Männer, die eine Frau penetrieren und sich nie berühren, Sex auf einem Pferd, aha, ich fühle mich aufgeklärt. Gut, dass endlich mehr Frauen über diese Dinge reden und wie Frauen so sind, reden sie gleich über alles. Lästern über schlechte Dinge, sagen, was man besser machen könnte.

Sex und so & Magazine

Sex ist auf einmal überall und Frauen mischen sich ein. Ging das mit Shades of Grey und Frau Leonard (Pseudonym E.L. James) los? Sicher nicht, denn da gab es schon Anais Nin, die große französische Schriftstellerin. Sie hat erotische Literatur für gut zahlende Kunden geschrieben, um zu überleben. Diese Bücher von ihr wollte ich immer schon mal lesen. Letztes Jahr habe ich einen Artikel über ein ungewöhnliches Pornomagazin gelesen, das von zwei Frauen (Nicole und Elke) herausgegeben wird. Genauer gesagt sind es zwei Hefte, eines für Jungs und eines für Mädchen: Das Giddyheft und das Jungsheft. Das Besondere: Die Modelle sind keine Profis und sehen oft eben auch nicht so wie welche aus, sie nehmen neue Posen ein und zeigen sich natürlich. Nun, das könnte meiner Meinung nach schöner inszeniert sein, ist aber ein Zeichen für einen Trend: Sex und Porno – ja, aber bitte nicht in dieser schmuddeligen Hinterzimmeratmosphäre, sondern ganz normal.

Sex und so & Film

Auch im Pornofilmbereich tut sich etwas. Glory Hazel hat sich “dem Darstellungsfeld der Pornografie verschrieben und spielt lustvoll mit dessen noch ungenutztem Potential.” Zwei Frauen aus der Schweiz, die altes Pornomaterial aus den 70ern neu zusammenschneiden und frisch synchronisieren. Okay, das muss man nicht mögen, aber cool ist es irgendwie schon. Ich bin zwar kein Fan von Pornographie, aber ein bekennender Fan von – gut geschriebenen – Sexszenen. Auch wenn sich Einige empören, sie gehören nicht in die (Jugend)literatur, warum sollte man sie weglassen? Letztens habe ich mich mit einer Autorenkollegin über das Schreiben von Sexszenen unterhalten. Ja, wir bekommen rote Ohren beim Schreiben und Ausformulieren. Doch wenn die Szene geschrieben ist, sollte sie weniger erregen als … berühren. Etwas aufdecken und über die Charaktere aussagen.

Menschen haben nicht alle auf die gleiche Weise Sex. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die Helden näher zu beschreiben, denn dann sind sie offen, verletzlich und mir als Autorin und den Lesern ganz nah. Was ich sagen will: Ich finde es gut, dass nun offen über die Existenz und Qualtiät von Sexszenen in Büchern geredet wird. Man hier nicht verschämt wegsieht, sondern über gut und schlecht redet. Unterschiede macht, auch bei Filmen. Das sorgt dann hoffentlich für alles drei in unserem Leben: Bessere Filme, bessere Bücher und besseren Sex.

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